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37 nicht besetzte Schulleiterstellen : Große Probleme an Schulen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Bildungssystem in Brandenburg hat derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, dies geht aus Aussagen von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

Das Bildungssystem in Brandenburg hat derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, dies geht aus Aussagen von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

So ist das Schuljahr in Brandenburg mit nur rund 37 nicht besetzten Schulleiterstellen noch vergleichsweise gut gestartet. Bei 744 Schulen in öffentlicher Trägerschaft seien das „weniger als fünf Prozent“, sagte Stefan Breiding, Sprecher im Bildungsministerium. Dies entspreche in etwa der Vorjahressituation, andere Länder haben mehr Vakanzen. Zu berücksichtigen sei aber, dass nur knapp die Hälfte dieser unbesetzten Stellen dauerhaft nachbesetzt werden soll. Prozentual fehlen laut Breiding die meisten Schulleiter an Förderschulen. Das sei an 7 von 84 Förderschulen der Fall.

Nach Aussage des Präsidenten des brandenburgischen Pädagogenverbandes (BPV), Hartmut Stäker, gibt es im Land durchaus Schulleitermangel. „Eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion an Ministerin (Martina) Münch im November 2013 ergab, dass das Ministerium 60 nicht besetzte Schulleiterstellen einräumte“, sagt Stäker. Dieses Problem sei aus seiner Sicht nicht wirklich gelöst. Es trete jedoch territorial sehr unterschiedlich auf. So gebe es in Stäkers Schulamt Wünsdorf (Teltow-Fläming) nur bedingt Probleme.

„Es gibt häufig nur einen Bewerber auf die Stellen. Somit erfolgt im Bewerberverfahren lediglich die Eignungsüberprüfung, nicht aber eine Bestenauswahl“, sagt der BPV-Präsident. Im Schulamt Brandenburg/Havel solle es für manche mehrfach ausgeschriebenen Stellen sogar gar keine Bewerber geben. „Durch die Abschaffung der Schulämter und die Bildung des Landesschulamtes mit nur noch vier Regionalstellen werden dieses und noch andere Probleme nur vertuscht“, so Stäker.

Derweil unternimmt Brandenburgs Landesregierung aus Sicht der Opposition zu wenig für den Ausbau der Ganztagsschulen. Rot-Rot habe die Verbesserung der Qualität an den Ganztagsschulen völlig aus den Augen verloren, kritisierte die Grünen-Landtagsfraktion.

Hintergrund sind auslaufene Fördermittel des Bundes für den Ausbau der Ganztagsangebote in den Ländern. Das bis Ende 2014 befristete Programm „Ganztägig lernen“ werde voraussichtlich nicht verlängert, erklärte Bildungsministerin Martina Münch. Ob es eine Anschlussfinanzierung durch das Land gibt, ist noch unsicher. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung wird fast jeder zweite Schüler in Brandenburg an einer Ganztagsschule unterrichtet und betreut. Damit belegt das Land einen Platz im oberen Mittelfeld.

Andere Probleme haben die Gymnasien im Land. Hier gibt es kaum Sonderpädagogen für Schüler mit speziellem Förderbedarf. Das geht ebenfalls aus der Antwort von Martina Münch hervor. Danach gibt es nur in drei der sechs Schulamtsbereiche überhaupt Gymnasiallehrer mit einer entsprechenden Sonderausbildung: In den Schulamtsbereichen Cottbus und Wünsdorf unterrichten jeweils zwei Pädagogen, die Gymnasiasten sonderpädagogisch betreuen können, im Bereich Perleberg ist es ein einziger Sonderpädagoge.

In den Schulamtsbereichen Brandenburg/Havel, Eberswalde und Frankfurt (Oder) gibt es gar keine Sonderpädagogen für den Gymnasialunterricht. Nach Angaben des Bildungsministeriums lernen an den märkischen Gymnasien insgesamt 248 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Wegen der Ausweitung der inklusiven Schulmöglichkeiten könne sich der Anteil der Schüler mit speziellem Förderbedarf noch leicht erhöhen, hieß es.

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