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Landesdenkmalamt : Gerettetes und Sorgenkinder

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesdenkmalamt verweist auf Erfolge, dingenden Handlungsbedarf und den Problemfall Seelow

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2015 | 17:44 Uhr

Gesichert! Das scheint für Landeskonservator Thomas Drachenberg das Wichtigste zu sein. Jahrelang war das sogenannte Kloster in Niemegk (Potsdam-Mittelmark) ein Problemfall ersten Ranges. Der mittelalterliche Bau gehörte durch Fehler bei Betriebsauflösungen und Grundstückseintragungen plötzlich niemandem mehr – und der Giebel drohte nach jahrelanger Vernachlässigung auf die Straße zu stürzen. Im vergangenen Jahr übernahm die klamme Kleinstadt die Verantwortung für das Gebäude. Der Giebel ist gesichert, eventuell kommt in diesem Jahr ein Dach auf das Gemäuer, und damit ist laut Drachenberg Zeit gewonnen, über die Zukunft nachzudenken. Und über die Vergangenheit. Denn über die Ursprünge des geschützten Baus ist kaum etwas bekannt.

Auf der Habenseite seines Jahresberichtes 2014/15 verzeichnet Drachenberg unter anderem, dass endlich die Arbeiten am Brandenburger Dom abgeschlossen sind und die Innenraumfassung der Stadtpfarrkirche in Strausberg komplett restauriert werden konnte.

Aber es gibt auch Sorgenkinder, Objekte, die in ihrer Substanz bedroht sind. Auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin nannte der Landeskonservator die seit Jahren leerstehende ehemalige Jugendhochschule in Bogensee (Barnim) oder die Epitaphgemälde der Frankfurter Marienkirche. Drachenberg spricht von einem erschreckend schlechten Zustand der Gemälde aus der Reformationszeit. Die Gelder für eine Restaurierung konnten bislang nicht aufgebracht werden.


Sorgenkinder gibt es genug


Schlecht sieht es auch für den einzigartigen Waggonfahrstuhl in der einstigen Hufnagelfabrik in Eberswalde aus. Überhaupt ist die ganze ehemalige industrielle Wiege Brandenburgs entlang des Finowkanals vom Verfall bedroht.

Strittig ist zurzeit die Zukunft des einstigen Kaufhauses in Seelow. Die Untere Denkmalbehörde hat nach jahrelangem Leerstand einem Abriss zugestimmt. In der vergangenen Woche wurden bereits die Pläne für einen Neubau präsentiert. Das Landesdenkmalamt legte Widerspruch ein. Laut Drachenberg handelt es sich um ein Paradebeispiel eines Landkaufhauses aus den 50er-Jahren. Er hofft, die Seelower umstimmen zu können. Nächste Instanz in einem Streit zwischen Oberer und Unterer Denkmalbehörde wäre die zuständige Kulturministerin.

Auch in Guben ist die Zukunft eines 50er-Jahre-Baus ungewiss. Das ehemalige Kino steht seit 14 Jahren leer, ist dem Vandalismus ausgesetzt, und das Dach ist reparaturbedürftig.

 

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