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starke Kritik : Förster fürchten Forstreform

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

BdF-Landesvorsitzender warnt vor Stellenkürzungen und Aufgabenübertragungen.

Wenn 2019 die von rot-rot geplante Verwaltungsstrukturreform kommt, wird nicht nur die Landkarte der Landkreise und kreisfreien Städte neu gezeichnet. Es werden auch Aufgaben vom Land auf die Kreise übergehen. Zum Beispiel beim Landesbetrieb Forst. Die „hoheitlichen und gemeinwohlorientierten“ Aufgaben der Forstämter sollen auf die Kommunen übergehen, etwa das Sperren von Wald oder die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten, heißt es in dem in dieser Woche im Landtag diskutierten Leitbildentwurf für die Reform. Die Bewirtschaftung des Landeswaldes soll dagegen auf der Landesebene verbleiben.

Bei den Forstbeamten stößt das auf Kritik. „Wir sind für den Erhalt der Einheitsforstverwaltung“, sagt Uwe Engelmann, Landesvorsitzender des Bundes deutscher Forstbeamte. Von der Waldbrandfrüherkennung über die Überwachung von Schadinsekten wie dem Eichenprozessionsspinner bis zur Lehrlingsausbildung und Bewirtschaftung des Landeswaldes sollte alles in einer Hand bleiben. Kritisch äußerte sich Engelmann auch zu Plänen, in der Landesforstverwaltung einen radikalen Stellenabbau vorzunehmen: „Der vorgesehene Personalabbau von 450 Stellen bis zum Jahr 2018 ist bisher komplett aufgabenunkritisch entstanden und wird deshalb abgelehnt“, sagt Engelmann.

„Beachtet man den bisherigen Einsatz der Mitarbeiter des Landesforstbetriebes, so würden bei einer Stellenreduzierung um 400 im Bereich Gemeinwohl/Hoheit bei Erhalt der gesetzlichen Aufgaben alle waldpädagogischen Einrichtungen schließen müssen, die Lehrlingsausbildung eingestellt, der Waldumbau durch „Mindestlohnempfänger“ durchgeführt und der herrenlose Müll im Wald verbleiben.“

„Es darf an dieser Stelle keinen Schnellschuss geben“, sagt der Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Greogr Beyer. Eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung gerade sehr kleiner Privatwaldflächen lasse sich etwa nur „mit dem großen Blick von oben“ darstellen. „Alle fünf Jahre beginnt Brandenburg eine Forstreform und noch während der Umsetzung reden wir schon wieder über etwas Neues“, so Beyer. „Da müssen dringend Experten ran.“ Der Förster und SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick hält den Vorschlag aus dem Innenministerium für noch nicht zu Ende ausdiskutiert. „Darüber wird noch zu reden sein“, sagte er gegenüber dem „Prignitzer“.


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