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Minister mit Zuckertüte : Filzstifte aus dem Westen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) musste Haarschleifen tragen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) freute sich über Filzstifte aus dem Westen. Und Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte mit einem viel zu großen Schulranzen zu kämpfen.

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) musste Haarschleifen tragen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) freute sich über Filzstifte aus dem Westen. Und Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte mit einem viel zu großen Schulranzen zu kämpfen. Heute strömen wieder viele Mädchen und Jungen in brandenburgische Schulen. Mit Blick darauf haben Minister auf Bitten erzählt, wie sie ihren eigenen Schulanfang erlebt haben und was in ihrer Schultüte war.

Für Ministerpräsident Woidke war das Beste am Schulanfang im Jahre 1968 in Sacro in der Lausitz: eine Packung Filzstifte. „Die ’Filzer‘ waren aus dem Westen. Bei uns in der DDR gab es damals noch keine“, sagt der Politiker. „Meine Zuckertüte habe ich tapfer selbst nach Hause getragen und sie dort erstmal komplett auf dem Sofa ausgekippt, um die ’Vorräte‘ zu sortieren.“ Die Schultüten-Ausbeute von Finanzminister Görke? „Matchbox-Autos und Ballon-Kaugummis. Die kamen aus dem Westen und eigneten sich gut zum Tausch untereinander.“

Was Ministerin Münch vorfand, war für sie eher enttäuschend: „In meiner Familie wurde viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Also gab es in meiner Zuckertüte alles außer Zucker - statt Kaugummis und Bonbons hatte ich Käsegebäck und Obst in meiner Zuckertüte.“ Besser hatte es da Arbeitsminister Günter Baaske (SPD): „Es gab eine Schlager-Süßtafel und die war lecker.“

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) konnte sich nur kurz freuen: „Ich hatte eine wunderschöne rote Schultüte, gefüllt mit Süßem und Wichtigem wie einer Tafel für die Schule und eine erste Armbanduhr. Diese jedoch ging noch in der ersten Woche verloren.“

Umweltministerin Anita Tack (Linke) freute sich sehr auf ihre Einschulung in Dresden. Genauso Minister Görke, der in Rathenow in die erste Klasse ging: «„aus aus dem Kindergarten und endlich Schulkind. Das war schon was.“

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) war an seinem ersten Schultag aufgeregt. Ebenso Ministerin Münch: Sie ging eher „skeptisch und vor allem aufgeregt“ zur Einschulung im baden-württembergischen Mannheim. „Und ich erinnere mich, dass ich einen Riesen-Respekt vor dem großen Schulhof und den vielen anderen Kindern hatte.“

Etwas ernster ging es auch bei Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) zu: „Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Satz meines Vaters zur Einschulung: ’Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!‘ - Das hörte sich damals für mich zunächst ein wenig bedrohlich an.“ Aber: „Die ersten Jahre in der Grundschule zeigten mir dann, dass es ganz so ernst dann doch nicht zur Sache ging.“

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