zur Navigation springen

„Wir hören immer noch von hohen Durchfallquoten“ : Erzieher rasseln durch die Prüfung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vor zwei Jahren waren Rund zwei Drittel der von externen Anbietern vorbereiteten Kandidaten durch die „Nichtschülerprüfung“ am Oberstufenzentrum in Luckenwalde gerasselt. Getan hat sich bis heute wenig.

„Erzieher fallen in Brandenburg reihenweise durch“. So berichtete diese Zeitung vor knapp zwei Jahren. Der Anlass damals: Rund zwei Drittel der von externen Anbietern vorbereiteten Kandidaten waren durch die „Nichtschülerprüfung“ am Oberstufenzentrum in Luckenwalde gerasselt.

Es folgte Empörung – doch getan hat sich seitdem nicht viel. „Wir hören immer noch von hohen Durchfallquoten“, sagt die Landtagsabgeordnete der Grünen, Marie-Luise von Halem. In einer „Kleinen Anfrage“ an das Bildungsministerium wollte die Landtagsabgeordnete wissen, was sich seitdem in Sachen Nichtschülerprüfung getan hat.
Doch die Antwort aus dem von Ministerin Martina Münch (SPD) geführten Haus war wieder einmal ernüchternd: Aktuelle Zahlen gibt es nicht. Nur, dass die Zahl der bestandenen Prüfungen von 26 im Jahr 2009 auf 55 im Jahr 2013 stieg, war dem Ministerium bekannt.

Wieviel Bewerber die Prüfung nicht bestanden haben, ging trotz einer Frage der Abgeordneten aus der Antwort nicht hervor. „Wir werden die Zahlen im Laufe des Herbstes veröffentlichen“, sagt Ministeriumssprecher Stephan Breiding auf Nachfrage. Doch Breiding verweist auch darauf, dass die Nichtschülerprüfung nicht der reguläre Weg zum Erzieherberuf ist.

Normalerweise gebe es dafür eine dreijährige Ausbildung an einer staatlichen Fachschule. Die Kurse, die auf die Nichtschülerprüfung vorbereiteten, würden den dort vermittelten Stoff dagegen in einem Jahr durchnehmen. „Die Nichtschülerprüfung dient dazu, Quereinsteigern den Weg in den Beruf zu ermöglichen“, so Breiding. „Aber das schaffen eben nicht alle.“
Marie-Luise von Halem bleibt mit der Antwort aus dem Ministerium unzufrieden. „Es bleibt die starke Vermutung, dass Kandidaten von freien Trägern weiter boykottiert werden“, sagt von Halem. Ähnlich sehen es ihre Oppositionskollegen. „Wir wollen ein hohes Niveau für alle, die an die Schulen kommen“, sagt der CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann. Deswegen müssten auch bei der Nichtschülerprüfung dieselben Inhalte geprüft werden, wie im regulären Ausbildungsgang.

„Aber man darf die Leute, die von den freien Trägern kommen, nicht ins Messer laufen lassen.“ „Es spricht viel dafür, dass wieder so viele Kandidaten durchgefallen sind“, sagt der FDP-Bildungspolitiker Andreas Büttner. Ohnehin sei die Nichtschülerprüfung unfair, weil die Kandidaten viel stärker geprüft würden, als Kandidaten auf dem regulären Bildungsweg. „So jedenfalls wird das Bildungsministerium nicht die Erzieher bekommen, die Brandenburg so dringend braucht.“



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen