noch 450 lebendig : Erfolgsprojekt Städtepartnerschaft

An mehr als 200 Orten gibt es auch 25 Jahre nach der Einheit eine Partnerschaft mit Westdeutschland – auch in Wittenberge. Eine Bilanz zogen gestern Bürgermeister
An mehr als 200 Orten gibt es auch 25 Jahre nach der Einheit eine Partnerschaft mit Westdeutschland – auch in Wittenberge. Eine Bilanz zogen gestern Bürgermeister

„Die Städtepartnerschaften zwischen Ost und West sind auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit ein Erfolgsprojekt“, sagt Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg.

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10. August 2015, 22:00 Uhr

Als im Saarländischen Saarlouis vor zwei Jahren das Stadtfest „Emmes“ begangen wurde, tanzte der ganze Marktplatz den „Hütte-Tanz“: Angeleitet von den „Via Chicks“, einer Tanzgruppe aus Eisenhüttenstadt, machten mehr als 500 Menschen bei der extra entwickelten Choreographie mit. Sie sollte an die älteste Städtepartnerschaft des Landes Brandenburg erinnern: Denn schon seit 1986, dem Jahr, in dem Erich Honecker seine saarländische Heimat besuchte, gibt es Beziehungen zwischen Eisenhüttenstadt und Saarlouis.

Nur vier Jahre jünger ist die Partnerschaft von Wittenberge und Elmshorn, die einst ein Elbschiffer anregte, der regelmäßig Hafer aus Brandenburg zu einem großen Müslihersteller in Schleswig-Holstein transportierte. „Unser Anliegen ist es bis heute, die Menschen aus beiden Städten auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens einander näherzubringen“, sagt Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Herrmann. Deswegen werde sich auch zum 25jährigen Jubiläum in diesem Sommer ein Bus auf den Weg nach Schleswig-Holstein machen – schließlich seien zwischen Menschen aus den beiden Städten mittlerweile sogar Ehen geschlossen worden. Zudem soll es einen kostenlosen Bürgerempfang in Wittenberge geben. „Wir sehen die Städtepartnerschaften bewusst als niedrigschwelliges Angebot, bei dem jeder mitmachen kann.“

„Die Städtepartnerschaften zwischen Ost und West sind auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit ein Erfolgsprojekt“, sagt Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg. Von den einst mehr als 2  000 deutsch-deutschen Partnerschaften seien heute noch etwa 450 lebendig. Rund 200 davon beträfen Brandenburg. Dazu kämen die Partnerschaften mit eingemeindeten Orten, die auch nach der letzten Kommunalreform weiterlebten. „Sie haben einen unverzichtbaren Beitrag für die Begegnung und das gegenseitige Verständnis in allen Teilen Deutschlands geleistet.“

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