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Brandenburg : Entscheidung im Adler-Streit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rotes oder weißes Federvieh – die Landtagsabgeordneten haben abgestimmt. Ist die Diskussion damit endgültig abgeschlossen?

Brandenburgs Adlerfreunde mit Traditionsbewusstsein können aufatmen: Am Redepult des Plenarsaals im Landtag wird es künftig einen stilisierten roten Adler geben. Der von Architekt Peter Kulka entworfene weiße Adler, der bislang an der Stirnseite des Sitzungssaales hängt, wird dagegen aus dem Plenarsaal entfernt. Damit stimmten die Landtagsabgeordneten fraktionsübergreifend und mehrheitlich einem vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Klaus Ness eingebrachten Kompromissvorschlag zu, der den seit Monaten andauernden, teils bizarren Streit um die Farbe des Adlers im Plenarsaal beenden sollte. Einem Antrag der CDU, das originale Wappentier des Landes an der Stirnwand anzubringen, stimmten dagegen nur 22 der 88 Abgeordneten zu.

„Ein Wappen ist kein Kunstwerk“, hatte die CDU-Abgeordnete Beate Blechinger zuvor für diesen Antrag geworben. Der Brandenburger Adler sei von der Verfassung geschützt, und sollte einen „hervorragenden Platz“ im Landtag erhalten. Der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer wetterte lautstark gegen das „kleine, knallrote Vögelchen“ des Kompromissvorschlags. „Seine Fahne trägt man, und wenn es das Schicksal will, dann fällt man auch darunter“, sagte Beyer. „Aber niemals stellt man seine Fahne zur Disposition – das geht gar nicht.“

Ness allerdings warnte vor rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Architekten, sollte das Parlament den Vorschlag der CDU annehmen.

Der Linken-Abgeordnete Thomas Domres machte deutlich, dass seine Fraktion zwar eigentlich für den weißen Adler sei, um des lieben Friedens willen aber dem Kompromiss zustimmen wolle.

Von Frieden allerdings war der Landtag gestern weit entfernt: Gleich mehrere CDU-Abgeordnete meldeten sich zu so genannten Kurzinterventionen – und verwandelten den Plenarsaal mit ihren Beiträgen in ein weiß-rotes Bierzelt. „Sie machen deutlich, dass Geschichte und Heimat Dinge sind, mit denen Sie nichts anfangen können“, donnerte der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski – und erinnerte Rot-Rot daran, dass es die SED gewesen sei, „die dieses Schloss gesprengt hat“.

Doch es gab auch Freunde des weißen Kulka-Adlers: etwa die Grünen-Abgeordnete Marie-Luise von Halem. „Der weiße Adler, so wie er hier hängt, ist das Tüpfelchen auf dem i des Gesamtkunstwerks von Kulka“, so von Halem. „Ihn zu entfernen, nimmt dem Ganzen die Spannung.“

Am Ende aber war es der fraktionslose Abgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann, der die wichtigsten Worte der Debatte fand: „Das einzig Gute ist, dass wir das Thema nicht weiter in den Wahlkampf hineintragen“, sagte Hoffmann. „So kann sich das Land Brandenburg nicht weiter blamieren.“

 

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