Grüne : Endlich eine Kampfkandidatur

Die Grünen-Abgeordneten  Marie Luise von Halem (von links), Ursula Nonnemacher und Axel Vogel stehen am Wochenende wieder besonders im Fokus.
Die Grünen-Abgeordneten Marie Luise von Halem (von links), Ursula Nonnemacher und Axel Vogel stehen am Wochenende wieder besonders im Fokus.

Marie-Luise von Halem, Ursula Nonnemacher und eine weitere Kandidatin wollen auf Platz eins. Einem Mann bleibt dagegen nur der Rang dahinter.

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22. März 2014, 06:38 Uhr

Es ist die einzige Kampfkandidatur um einen Spitzenplatz im Landtagswahlkampf: Während bei den großen Parteien die Landeslisten im Prinzip schon vor Beginn der Wahlparteitage feststanden, wollen auf der am Wochenende in Strausberg stattfindenden Delegiertenkonferenz der Grünen gleich drei Frauen auf Listenplatz eins der Landesliste für die Wahl am 14. September gewählt werden.

Die Potsdamer Bildungspolitikerin Marie-Luise von Halem und die Falkenseer Innenexpertin Ursula Nonnemacher werden sich voraussichtlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Delegierten liefern. Beide sind schon heute Mitglieder der sechsköpfigen Landtagsfraktion der Grünen und gelten als Expertinnen auf ihren Politikfeldern.

Wie das Rennen um die Spitzenkandidatur ausgeht, ist nicht vorhersehbar, zumal Nonnemacher und von Halem mit den Kreisverbänden Havelland und Potsdam die absoluten Hochburgen der Grünen in Brandenburg im Rücken haben: In Potsdam zählt die Partei 194 Mitglieder, im Havelland 100. Zum Vergleich: In der Uckermark hat die Partei gerade mal 42 Mitglieder, in der Prignitz 18.

Klar dürfte nur eines sein: Die dritte Kandidatin um Platz eins, die Medizinerin Elke Seidel aus dem 117 Mitglieder starken Kreisverband Potsdam-Mittelmark, wird es gegen die beiden profilierten Abgeordneten schwer haben.

Einfacher dürfte das Rennen um einen guten Listenplatz dagegen für den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Axel Vogel werden. Als einziger Kandidat tritt er um den besten, nach Wahlordnung der Grünen für einen Mann erreichbaren Platz an: den zweiten.

Auf Listenplatz drei sollen dann die unterlegenen Kandidatinnen aus dem Rennen um Platz eins antreten, zudem hat die Juristin Yvonne Plaul, die als Personalleiterin an der Fachhochschule Potsdam arbeitet, ihre Kandidatur angekündigt.

Um Listenplatz vier bewerben sich der Landesvorsitzende Benjamin Raschke und der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus. Die übrigen Fraktionsmitglieder, Sabine Niels und Christoph Schulze, wollen dem nächsten Landtag nicht mehr angehören. In Umfragen liegen die Grünen derzeit bei sechs Prozent. Bei den Landtagswahlen 2009 hatte die Umweltpartei Grünen insgesamt 5,7 Prozent der Stimmen erhalten, was fünf Mandaten entsprach.

Das sechste Fraktionsmitglied, Christoph Schulze, war als SPD-Abgeordneter in den Landtag gewählt worden und wechselte erst im Laufe der Legislaturperiode zu den Grünen.

Bevor es am Sonntag in die Aufstellung der Landesliste geht, wollen die Grünen am Samstag ihr Wahlprogramm beschließen. Der vorliegende Entwurf enthält vor allem klassische Forderungen der Partei, etwa den Ausstieg aus der Lausitzer Braunkohle bis 2030, Verzicht auf Massentierhaltung, bessere Förderung von Ökolandbau sowie Investitionen in Bildung und Nahverkehr. Zudem setzen sich die Grünen für ein striktes Nachtflugverbot am BER ein.

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