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Ehrung des Landes : Ein Hauch von Schule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schulleiterin Kathrin Woicke erhält Sonderpreis des Bildungsministers für ihr Engagement für Flüchtlingskinder

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2015 | 15:19 Uhr

Sie hat ein Konzept für die sprachliche Förderung von Kindern und Jugendlichen in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerber des Landes in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) entwickelt und koordiniert ein Team aus neun Lehrern, die dort unterrichten. Dafür wird Kathrin Woicke, Leiterin der Förderschule „Otto Buchwitz“ in Eisenhüttenstadt, nun mit dem Sonderpreis des brandenburgischen Bildungsministers ausgezeichnet.

Die 49-Jährige, die in Müllrose wohnt, ist die Erste, die diese Auszeichnung erhält. Der Sonderpreis wird am 12. Mai im Rahmen des „Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreises“ extra vergeben, erklärt Florian Engels, Pressesprecher des Bildungsministeriums. Es handele sich um eine Auszeichnung für besonders herausragende Leistungen, die nicht unbedingt mit dem normalen Schulalltag zu tun haben.

Als Kathrin Woicke von der Ehrung erfuhr, war sie total überrascht. Aber irgendwie ist ihr das Scheinwerferlicht, in dem sie nun steht, auch unangenehm. „Der Ruhm gebührt ja nicht nur mir“, betont die Sonderpädagogin. „Wir sind ein Team. Sicherlich bin ich die Strippenzieherin, aber die Arbeit mache ich nicht allein.“ Los ging ihr Engagement für die Kinder der Asylsuchenden im Schuljahr 2013/14. Seit diesem Zeitpunkt bietet das Bildungsministerium Lehrerstellen für Asylbewerber im Alter von sechs bis 16 Jahren in Eisenhüttenstadt an – obwohl die Schulpflicht in einer Erstaufnahmeeinrichtung eigentlich ruht. Von dort werden die Asylbewerber nämlich auf die Landkreise verteilt. Es herrscht also ein ständiges Kommen und Gehen.

Für Kathrin Woicke ist der wichtigste Schlüssel zur Integration die Sprache. Das sahen neun weitere Lehrer aus zwei Eisenhüttenstädter Schulen so. Sie alle wollten fortan Flüchtlingskindern das Grundwissen zur Kommunikation in Deutschland vermitteln. In extra eingerichteten Unterrichtsräumen werden mittlerweile täglich mehrstündige Kurse angeboten – nicht nur für Sprache, sondern auch für Kunst, Musik und Sachkunde. „Und das Angebot wird sehr gut angenommen“, betont Kathrin Woicke. Durchschnittlich 72 Kinder und Jugendliche nehmen teil. Die Kurse sind ausgebucht.

„Hier bekommen sie einen Eindruck davon, was Schule in Deutschland bedeutet“, sagt Ministeriumssprecher Florian Engels. „Und was sie lernen, ist entscheidend für eine bestmögliche Integration in die Schulen.“ Während des ersten Jahres hat die Leiterin der Förderschule aus ihren Erfahrungen und mithilfe ihrer Kollegen ein Konzept für die sprachliche Förderung von Flüchtlingskindern entwickelt. Auf dieser Grundlage sollen künftig alle Lerngruppen in einer EAE arbeiten.

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