Flüchtlinge : Die Alternativen gehen aus

Stahlblechhäuser einer Flüchtlingssiedlung in Brück
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Stahlblechhäuser einer Flüchtlingssiedlung in Brück

Hunderte Flüchtlinge täglich - Kommunen wissen nicht mehr, wo sie die Menschen unterbringen können.

svz.de von
29. September 2015, 09:46 Uhr

Der nicht abreißende Flüchtlingszustrom überfordert viele Brandenburger Kreise und kreisfreie Städte. Täglich muss das Land laut Innenministerium bis zu 250 neue Asylbewerber aufnehmen.

„Die Lage wird kritischer und kritischer. Daher können keine Unterbringungsmöglichkeiten mehr ausgeschlossen werden“, sagte die stellvertretende Chefin des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes, Monika Gordes. Alle verfügbaren Einrichtungen zwischen Elbe und Oder seien fast belegt.

„Wir haben nur noch eine alte Turnhalle in Groß Glienicke als absolute Notfallreserve“, sagte Potsdam Stadtsprecher Jan Brunzlow. In diesem Jahr müsse die Landeshauptstadt aber noch 800 Asylbewerber aufnehmen. „Daher haben wir acht Leichtbauhallen für 180 000 Euro das Stück angeschafft“, erklärte er weiter. Die erste Halle solle demnächst aufgestellt werden. Bis zu 48 Menschen können dort untergebracht werden. Die nötigen Grundstücke stehen parat.

Auf Vermittlung des Landes sei Potsdam auf diese Hallen gestoßen.„Wir hatten es selbst bei verschiedenen Containerherstellern erfolglos ersucht“, erläuterte Brunzlow. Von mindestens einem halben Jahr Lieferzeit sei die Rede gewesen.

„Unsere Kapazitäten sind erschöpft. Wir versuchen jedoch, die möglichst nicht in Turnhallen und Zelten unterzubringen“, sagte die Kreissprecherin von Ostprignitz-Ruppin, Britta Avantario. Es würden dringend Alternativen benötigt.

Eine Neuruppiner Holzbaufirma versucht auf diesem Markt einen Vorstoß und bietet modulare Holzcontainer mit winterfester Dämmung an. „Flexi Homes“ hat Firmenchef Martin Opitz sein System genannt. Die Module könnten zu einem festen Hausverbund zusammengestellt werden, auch für längere Zeit. Ein Segment für drei bis vier Menschen würde bis zu 11 000 Euro kosten. „Mit dem richtigen Fundament sind die Flexi Homes innerhalb kürzester Zeit bezugsfertig“, sagte Opitz.

In Brück hat eine bayrische Firma im Auftrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark 60 Low-Cost-Häuser errichtet. Ein 33-Quadratmeter-Haus kostet rund 15 000 Euro und bietet für bis zu sechs Menschen Platz. 29 Häuser seien bislang belegt worden. Der Rest soll bis Donnerstag abgenommen werden.

Die ersten Eindrücke mit diesen Häusern seien sehr positiv. „So ein Haus ist in zwei, drei Stunden aufgestellt“, erklärte Kreissprecherin Andrea Metzler. Allerdings müssten noch Energie- und Abwasseranschlüsse gelegt werden. Außerdem sei noch nicht klar, ob diese Häuschen im Winter warmhalten würden.

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