Flughafen Berlin : Der erste Start rückt in die Ferne

Das Lachen scheint nur Show zu sein, denn Flughafenchef Hartmut Mehdorn weiß seit gestern, dass es neuen Ärger beim Flughafenbau gibt, weitere Verzögerungen drohen.
Das Lachen scheint nur Show zu sein, denn Flughafenchef Hartmut Mehdorn weiß seit gestern, dass es neuen Ärger beim Flughafenbau gibt, weitere Verzögerungen drohen.

Keine Aussage zum Termin für Eröffnung des Hauptstadtflughafens, stattdessen gibt es neuen Ärger mit dem Schallschutz

svz.de von
24. November 2014, 18:02 Uhr

2016, 2017, vielleicht sogar 2018? Im Rätselraten um den Start des Hauptstadtflughafens scheint nichts undenkbar. Vieles ist Spekulation. Kein Wunder: Hartmut Mehdorn kann es selbst nicht genau sagen. Sein Radiergummi muss längst abgewetzt sein. Wenn es stimmt, dass der Manager im Geheimen einen präzisen Zeitplan für den Bau des neuen Hauptstadtflughafens führt, dann muss er ihn in den vergangenen Monaten laufend korrigiert haben.

Noch im März träumte Mehdorn davon, die Baustelle zum Jahresende abzuschließen. Inzwischen ist klar, dass die „Sanierung im Bestand“ noch lange dauert. Eine Eröffnung des Flughafens vor 2017 wird unwahrscheinlicher. Das einstige Vorzeigeprojekt hätte dann mindestens fünf Jahre Verspätung.

Mehdorn hatte den Behörden in Brandenburg vor Monaten noch einen Start des Willy-Brandt-Flughafens 2016 in Aussicht gestellt, in drei Wochen wollte er den Termin öffentlich machen. Doch inzwischen will er dem Aufsichtsrat am 12. Dezember nur noch ein „Terminband“ nennen, einen Zeitraum von mehreren Monaten, in denen der Flughafen eröffnen könnte.

Seit dem gestrigen Tag droht neuer Ärger. Wieder einmal geht es um den Schallschutz. Die geplante Sanierung einer Start- und Landebahn ab Ende März droht sich um vier Wochen zu verzögern. Mehdorn teilte nach einer Sitzung der Fluglärmkommission gestern mit, die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlins und Brandenburgs habe in der Sitzung die Verschiebung des für Ende März geplanten Baubeginns angekündigt. Deren Chef Wolfgang Fried hatte nach der Sitzung lediglich von weiterem Gesprächsbedarf berichtet. Eine Entscheidung wolle er Anfang Dezember treffen.

Der Streit entzündet sich am Schallschutz für die Anwohner. Die nördliche Rollbahn am neuen Flughafen ist sanierungsbedürftig, denn sie dient schon seit Jahrzehnten dem benachbarten alten Flughafen Schönefeld. Vor der Sanierung muss der Betreiber 4300 Haushalte mit Schallschutzfenstern, Dämmungen und Lüftern versorgen.

Die Häuser liegen in der Einflugschneise der neu gebauten südlichen Rollbahn, die noch nicht in Betrieb ist. Von dort sollen in Schönefeld die Flugzeuge abheben, während die Nordbahn saniert wird.  „Bei der Umsetzung des Schallschutzes haben wir Probleme“, sagte Fried in einer Pressekonferenz. Offene Fragen wolle er noch in dieser Woche mit dem Flughafen klären.

Das Unternehmen hatte bis Ende September 3000 Haushalten die Bescheide geschickt, mit denen sie die Handwerker bestellen können. Die übrigen Anträge seien noch nicht zu bearbeiten, weil etwa Unterlagen fehlten, hieß es damals. Von der rechtzeitigen Bahnsanierung hängt auch der Zeitplan für die Eröffnung des neuen Flughafens ab. Viele Beobachter glauben nicht mehr an einen Start 2016.


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