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Hochwasserschutz : Deichbau in Breese beginnt spätestens im Herbst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach dem Jahrhunderthochwasser des Jahres 2013 will das Land Brandenburg noch in diesem Jahr mit dem Deichbau bei Breese beginnen. Die Planfeststellung soll bis zum Ende des zweiten Quartals 2014 abgeschlossen sein.

Das sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack gestern am Rande der dritten Potsdamer Hochwasserkonferenz.

Doch Deiche allein würden vor keinem Hochwasser schützen, sagte der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Matthias Freude. „Der Fluss fließt irgendwann rüber. Deswegen müssen wir den Flüssen eine Chance geben, dort über den Deich zu fließen, wo hinreichend Platz ist.“ An der Oder etwa sei schon seit Jahren eine Überflutungsfläche im Bereich Neuzelle geplant. „In diesem Bereich stehen aber über 1000 Datschen“, sagte Freude. In Brandenburg seien dies „Heilige Kühe“, die keinesfalls geopfert werden dürften. „Dass wir noch nicht mit faulen Eiern beworfen wurden, als wir vor Ort waren, zeigt aber, dass die Menschen nach den letzten Hochwassern auch etwas begriffen haben.“

Wie Umweltministerin Anita Tack sagte, seien derzeit noch nicht alle Schadstellen des letzten Hochwassers beseitigt. Ausgebessert seien die Problemstellen am Elbedeich bei Wittenberge. 2014 soll außerdem ein rund 600 Meter langer Deichneubau in Mühlberg erfolgen, daneben soll die alte Poststraße in Guben eine 600 Meter lange Spundwand erhalten.

Zur Beseitigung der Hochwasserschäden stehen dem Land insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 1997 wurden nach Angaben von Tack rund 435 Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Deichen investiert. In dieser Legislaturperiode seien 151 Millionen Euro in den Deichbau und 44 Millionen in wasserwirtschaftliche Anlagen, wie etwa Wehre, geflossen. „Aber wir hätten noch 100 Jahre zu tun, wenn wir alle 1522 Kilometer Deiche im Land Brandenburg erneuern wollten“, sagte Tack. Daher lege das Land den Fokus auf Elbe und Oder: „Dort wohnen im Fall des Falles die meisten Menschen, die von einem Hochwasser betroffen sein könnten.“

Im Bereich Mühlberg wurden von 21 Kilometern Elbdeich bislang 5,5 Kilometer saniert. Dort zeigt sich noch ein anderes Problem: „Wir erleben derzeit einen Generationswechsel bei den Deichläufern“, sagt die Mühlberger Bürgermeisterin Hannelore Brendel. Über die Ortsvorsteher versuche die Kommune, Ehrenamtler für diese wichtige Aufgabe zu mobilisieren. „Ohne Deichläufer wären wir im Fall des Falles machtlos.“


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