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Ehemalige Abgeordnete : Das Leben nach der Politik

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ehemalige Abgeordnete suchen Jobs, kehren in den Öffentlichen Dienst zurück oder hoffen aufs Nachrücken

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 17:33 Uhr

Der Wahlabend am 14. September war für einen Reihe Landtagsabgeordnete ein einschneidendes Erlebnis: Es beendete ihre Abgeordnetentätigkeit. Vor allem für die Liberalen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten, aber für viele Linke, die ein Drittel ihrer Mandate einbüßten, heißt es seitdem, sich beruflich neu zu orientieren.

Für Andreas Büttner beginnt schon in der kommenden Woche ein neuer Lebensabschnitt. Bis zur Landtagswahl war er Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag. Er hätte in seinen alten Beruf als Polizist in Berlin zurückkehren können. Aber das wollte er nicht. Stattdessen wird er künftig als Geschäftsführer einer Nichtregierungsorganisation in Berlin arbeiten. Genaueres will der 41-Jährige noch nicht mitteilen.

Sein langjähriger Fraktionskollege Gregor Beyer hat es nicht so eilig. Er hat seiner Frau versprochen, sich bis Weihnachten Zeit zu lassen und sich bis dahin seine Zukunft gründlich durch den Kopf gehen zu lassen. „Mit 46 besteht die Möglichkeit, noch einmal etwas ganz Neues zu machen“, ist er sich sicher. Jedenfalls will er nicht wieder zurück zum Naturschutzbund Deutschland (Nabu), für den er vor seinem Wechsel in die Politik 2009 das Informationszentrum „Blumberger Mühle“ geleitet hatte.

Barbara Hackenschmidt hat den Wiedereinzug in den Landtag ebenfalls verpasst. Die SPD-Politikerin aus Elbe-Elster gibt an, sich notfalls wieder mit einer Agentur als Projekt- und Kommunikationsberaterin selbständig zu machen. Aber so weit muss es nicht kommen. Sie steht bei den Sozialdemokraten auf Platz eins der Nachrückerliste. Sollte ein Abgeordneter ihrer Partei beispielsweise Staatssekretär werden und sein Mandat abgeben müssen, wäre sie wieder im Landtag. Genaueres ist erst nach der Regierungsbildung Anfang November klar. Da die SPD ohne Hackenschmidt kein Wahlkreisbüro mehr in der Region hat, dürfte ein großes Interesse an ihrer Rückkehr in den Landtag bestehen.

Wolfgang Pohl (SPD) hat mit dem Nachrücken schon seine Erfahrungen. Der frühere Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) war in den vergangenen Legislaturperioden immer wieder für ausscheidende Abgeordnete in das Parlament nachgerückt. Dieses Mal dürfte das schwer werden. Vor ihm auf der Liste stehen noch sechs andere Kandidaten. Pohl sieht seine Situation trotzdem gelassen. Er will erst einmal Luft holen, wie er sagt. Dann will sich der 60-Jährige im nächsten Jahr überlegen, ob er wieder als Wirtschaftsberater tätig wird.

Bei den Linken schaut sich Peer Jürgens nach einem neuen Betätigungsfeld um. Nach zehn Jahren im Parlament bekommt er Übergangsgeld bis Mitte nächsten Jahres. Der 34-jährige Politikwissenschaftler will vorzugsweise in der Politik bleiben. „Aber ich schaue auch nach links und rechts“, erklärt er. Jürgens kann sich etwas in der Verwaltung oder in der Politikberatung vorstellen. Außerdem will er, wie bereits im letzten Sommersemester, an der Uni Potsdam ein Seminar abhalten.

Marco Büchel kann ebenfalls noch hoffen, dass er in den Landtag kommt. Der Linken-Politiker steht auf Platz zwei der „Warteliste“. Auch er muss die Regierungsbildung abwarten. Der 31-Jährige hat sich aber schon bei seinem alten Arbeitgeber, einer Versicherung, gemeldet. Dort hat er ein Rückkehrrecht nach fünf Jahren in der Politik.

Zurückkehren und zwar in den öffentlichen Dienst wird auch Linke-Politiker Michael Luthardt. Er war bis 2009 Referatsleiter für ökologische Waldwirtschaft im Landwirtschafts- und Umweltministerium. Ab November übernimmt er die Leitung des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde. Da er nicht für die Landesliste kandidierte, kann er auch später nicht mehr ins Parlament nachrücken.

 

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