Studie: : Das Frühstück muss oft ausfallen

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Insgesamt 338 Kindergärten in unterschiedlicher Trägerschaft haben sich an der Studie beteiligt.

svz.de von
16. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Was gibt es zu essen? Wer kocht? Welche Konzepte stehen dahinter? Und was kostet das? Diesen Fragen ist die Brandenburger Verbraucherzentrale mit einer Online-Erhebung nachgegangen. Insgesamt 338 Kindergärten in unterschiedlicher Trägerschaft haben sich an der Studie beteiligt.

Es gibt Schlemmerfilet mit Kartoffeln und Remouladensauce, dazu Gurkensalat. Den Kindern der Nuthetaler Kita „Anne Frank“ im Kreis Potsdam-Mittelmark schmeckt es. Und obwohl die Stiftung Warentest jene Schlemmerfilets als Kalorienbomben mit begrenztem Nährwert einstuft, gilt das, was in Nuthetal passiert, als Vorzeigeprojekt. Deshalb präsentiert die Verbraucherzentrale hier ihre Studie „Lecker und bedarfsgerecht?“ über Kitaverpflegung in Brandenburg.

„In diesem Kindergarten gelingt die Gratwanderung, auf Lieferessen zurückzugreifen, aber es um vor Ort Zubereitetes zu bereichern“, hebt Heidrun Franke, Projektleiterin bei der Verbraucherzantrale, hervor. Heißt konkret: Fisch und Sauce werden tiefgekühlt geliefert, Kartoffeln und Salat im Kindergarten frisch gemacht. Ziel müsse sein, dies in möglichst vielen Kitas so umzusetzen. Der Anteil jener Kitas, die komplett selbst kochen, sei von derzeit knapp 18 Prozent kaum zu erhöhen. Sowohl Kostengründe wie auch bauliche Engpässe würden dagegen sprechen, heißt es.

Kritik übt die Verbraucherzentrale beim Thema Vollverpflegung der Kinder. Fünf Mahlzeiten gebe es laut Studie nur in wenigen Einrichtungen. Nur jede zweite Kita bietet demnach Frühstück an, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben sei. „Beim Mittagessen klappt es dagegen gut“, so Franke. Der Studie zufolge bieten fast alle Kitas (98,8 Prozent) Mittagessen an.

Die Preise dafür sind jedoch höchst unterschiedlich. Die Eltern müssen mal nichts, andernorts bis zu 3,60 Euro täglich zahlen. Die Verbraucherschützer wünschen sich in diesen und anderen Fragen ein einheitliches Handeln und Transparenz. Aus ihrer Sicht wäre eine Koordinierungsstelle als Ansprechpartner für die Einrichtungen wichtig. Denn: Die Verstöße seien in der Regel der Überforderung geschuldet, betont Franke. Brandenburg verfüge im bundesweiten Vergleich über ein gutes Kita-Gesetz, meinte die Projektleiterin. „Es muss aber auch mit Leben gefüllt werden.“ Bei den Erziehern gebe es einen großen Informations- und Beratungsbedarf. Vier von fünf Kitas gaben in der Befragung an, dass ihnen Wissen über das Thema „Kinder und Essen“ fehlt. Regelrechte Konzepte zur richtigen Ernährung ihrer Schützlinge hätten mit 17 Prozent der Befragten nur wenige Einrichtungen.

In diesem Punkt sollen sie 2015 bereits tatkräftig unterstützt werden, so die Verbraucherschützer: In einem Workshop sollen vorhandene Angebote erfasst und den Kita-Trägern als Dateien zur Verfügung gestellt werden. Heidrun Franke betont, dass die beteiligten Ministerien die Probleme erkannt hätten und zur Hilfe bereit wären. Es würde in diesen Häusern aber an Geld und Personal fehlen, um die gewünschte Unterstützung bieten zu können.

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