Schweinepest : CDU will Frischlingen an den Kragen

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Brandenburgs CDU will die Jagd auf Wildschweine attraktiver machen, um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen.

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08. Juni 2015, 22:00 Uhr

Brandenburgs CDU will die Jagd auf Wildschweine attraktiver machen, um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. In einem Antrag, der am Freitag ohne Parlamentsdebatte in den zuständigen Fachausschuss überwiesen werden soll, fordern die Christdemokraten, Jägern die Gebühren für die vorgeschriebene Pflichtuntersuchung von erlegtem Wild auf Bandwürmer zu erlassen, wenn die Tiere weniger als 20 Kilo wiegen.

„Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die sich zurzeit in den Baltischen Staaten und Polen ausbreitet“, sagt der CDU-Landwirtschaftspolitiker Andreas Gliese, der selbst Tierarzt ist. Da es bislang keinen wirksamen Impfstoff gebe, wäre ein Ausbruch in Deutschland mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden verbunden. „Ein wesentlicher Ausbreitungsweg führt über die Wildschweinbestände“, sagt Gliese. „Es ist daher sinnvoll, genau hier mit der Prophylaxe anzusetzen.“ Für viele Jäger würde sich jedoch gerade die Jagd auf Frischlinge nicht lohnen, da im Ergebnis wenig Wildfleisch hohen Gebühren für die verpflichtenden Untersuchungen gegenüberstünde.

Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Georg Baumann. „Weil die Untersuchungsgebühren bei schwachen Frischlingen so hoch sind, verzichten viele Jäger einfach darauf, sie zu schießen.“ Zudem sei es sinnvoll, die Jagd auch in Schutzgebieten, etwa auf den Flächen der Heinz-Sielmann-Stiftung in der Döberitzer Heide, durchzuführen. „Schwarzwild ist ein intelligentes Wild, dass schnell merkt, wo es nicht bejagt wird, und sich entsprechend zurückzieht.“

Die Sprecherin des Potsdamer Verbraucherschutzministeriums, Maria Strauß, erklärte dagegen, dass das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland vor allem darin bestehe, dass der Erreger über kontaminiertes Material durch Personen- und Fahrzeugverkehr eingeschleppt werde. „Für eine Einschleppung durch direkte Kontakte der Wildschweine sind die Entfernungen zu den Seuchenherden derzeit zu groß“, so Strauß. Sollte man auf die Gebühren für die Trichinenunterschung verzichten, wären dafür zusätzliche Mittel in einer Größenordnung von etwa 300  000 EUR pro Jahr bereit zu stellen.

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