zur Navigation springen

Blumen reichen als Publikumsmagnet allein nicht aus : Buga-Macher wollen Defizit abwenden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Veranstalter hoffen trotzdem weiterhin, insgesamt 1,5 Millionen Besucher zu erreichen.

Zur Bundesgartenschau (Buga) im Havelland sind bislang weniger Gäste gekommen als erwartet. Trotzdem hoffen die Organisatoren auf eine schwarze Null nach 190 Tagen im Oktober, sagte Erhard Skupch, Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes, gestern in Rathenow.

Zur Halbzeit wurden bislang nur 650  000 statt erwarteter rund 750  000 Gäste registriert. Die Veranstalter hoffen trotzdem weiterhin, insgesamt 1,5 Millionen Besucher zu erreichen. Dafür soll in den kommenden Wochen noch einmal die Werbetrommel gerührt werden.

Tagestouristen sollen mit einem neuen Ticketsystem angelockt werden: mit Mini-Eintrittskarten für 12 Euro. Gäste können damit nur einen Standort besichtigen. Bisher gab es nur eine 20-Euro-Karte für alle Buga-Orte.

Zu einem möglichen Defizit angesichts der ausgebliebenen Besucher wollte sich Skupch nicht äußern. „Das wäre alles Spekulation“, betonte er.

Zu Beginn der Planung der Buga im Havelland hatten damalige Politiker das Konzept der dezentralen Schau kritisiert. Fünf Standorte in zwei Bundesländern seien schwierig unter einen Hut zu bekommen. Verbunden werden die Orte Brandenburg/Havel, Rathenow, Premnitz und Stölln in Brandenburg sowie Havelberg in Sachsen-Anhalt durch die mehr als 70 Kilometer lange Havel. Auch die Finanzierung wurde skeptisch beäugt.

Die Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes, Dietlind Tiemann, Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, machte für die ausgebliebenen Gäste unter anderem den Bahnstreik verantwortlich.

Tagestouristen blieben weg. Zudem musste das Gelände in Rathenow Mitte Juni nach einem Unwetter mit einem Todesopfer für einige Tage geschlossen werden. „Überrascht wurden wir aber von der großen Zahl Busreisender“, sagte Tiemann. Hotels und Pensionen seien fast ausgebucht. „Mehr geht kaum“, betonte sie.

Zur Durchführung der Buga haben die Kommunen - je nach Zahl der Einwohner - bislang 34,1 Millionen Euro eingezahlt. Bei einem Minus müssten sie weiter Geld geben. „Wie in einer Ehe stehen wir zueinander: in guten wie in schlechten Tagen“, sagte Tiemann.

Der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sander, sieht optimistisch am Ende eine schwarze Null. Die IGA in Hamburg habe zwar mit einem Verlust von 38 Millionen Euro abgeschlossen, sagte er. Koblenz 2011 konnte mit 3,5 Millionen Besuchern jedoch einen Gewinn von 13,5 Millionen Euro verbuchen.

Schwerin 2009 freute sich bei 1,8 Millionen Besuchern über ein Plus von fünf Millionen Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen