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kein eigener Etat für die Erhaltung: : Brandenburger Denkmale in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

An vielen Brandenburger Denkmalen nagt der Zahn der Zeit. Bei einigen ist es höchste Zeit für eine Restaurierung.

Brandenburger Denkmalpfleger schlagen Alarm und fordern Landesmittel. Brandenburg sei das einzige Bundesland ohne eigenen Etat für die Erhaltung von Denkmälern, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg gestern in Berlin. Knapp 13 300 Objekte stünden derzeit auf der Landesliste. Eine kontinuierliche Förderung, um den wertvollen Bestand zu erhalten, sei unmöglich.

In den vergangenen beiden Jahren kam in jeweils knapp 20 Fällen jede Rettung zu spät: Es wurden die Streichung aus der Denkmalliste und der Abbruch genehmigt. Darunter waren ein Fischerhaus und landwirtschaftliche Gebäude. In Gefahr ist unter anderem die leerstehende Jugendhochschule Bogensee (Barnim), in der sich in letzter Zeit Vandalismusschäden häufen. In einem erschreckend schlechten Zustand ist nach Angaben der Denkmalschützer auch der Kunstschatz der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder). Wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse verfällt das Lichtspieltheater Friedensgrenze in Guben (Oder-Spee).


Land sieht Handlungsbedarf


Es werde zwar auf vielen Ebenen an der Lösung des Problems gearbeitet, betonte Drachenberg, stellvertretender Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Doch bislang sei das Land Schlusslicht. Nach wie vor könne das Sonderinvestitionsprogramm des Bundes nicht kofinanziert werden. Eigentümern gingen dadurch Fördermittel verloren. Das Kulturland Brandenburg könne es sich nicht leisten, seine Denkmäler weiter verfallen zu lassen, sagte die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Grüne, Marie Luise von Halem. „Wir brauchen ein tragfähiges Modell zur Finanzierung der Denkmalpflege.“

Handlungsbedarf werde gesehen, sagte der Sprecher des Kunstministeriums, Stephan Breiding, auf Anfrage. Das Land investiere in eine Reihe von Denkmalen; unter anderem in die, die der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehören. Im Bundesprogramm für national bedeutende Denkmale stellten Bund und Land jeweils eine Million Euro bereit. Es liefen aber Gespräche, um die finanzielle Lücke zur Erhaltung von privat genutzten Baudenkmalen zu schließen, sagte er.
 

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