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Ausbildung von Erziehern : Bessere Qualität für Kitas gefordert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rund um die Betreuung von Kindern gibt es in Brandenburg noch viel zu tun.

In kaum einem anderen Bundesland besuchen so viele Kinder eine Kindertagesstätte wie in Brandenburg. Fast 80 Prozent aller zweijährigen Kinder, und fast alle Drei- bis Sechsjährigen gehen regelmäßig in eine Kita. „Auf dem Weg zu attraktiven Kitas haben wir in Brandenburg schon vieles erreicht“, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) gestern auf einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der Landes-SPD. So gebe es deutliche Erfolge in der Sprachförderung: Die Zahl der sprachauffälligen Fünfjährigen sinke langsam, aber kontinuierlich. Fortbildungen für Kita-Leiter und Schulungen für Seiteneinsteiger sicherten die Ausbildung des Personals.

Experten reicht das nicht. „Bei den Kitas stand in den letzten 20 bis 25 Jahren die Frage der Quantität im Vordergrund“, sagt der Berliner Pädagogik-Professor Wolfgang Tietze. Kitaplätze wurden ausgebaut, Einrichtungen neu eröffnet. „Heute stellt sich aber die Frage nach der Qualität dieser Plätze.“ Während einer Podiumsdiskussion der Landtagsfraktion der Grünen verwies der Professor am Montagabend auf die „Nationale Untersuchung zu Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit“. Der Studie zufolge habe Brandenburg Nachholbedarf: „Es fehlt vor allem ein flächendeckendes Programm zur Qualitätsentwicklung in den Kitas“, sagt Tietze.

Unterstützung erhielt er von Pfarrer Jürgen Schwochow, dem Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder. „Mittlerweile ist eine ganze Generation von Kindern durch Einrichtungen mittelmäßiger Qualität gegangen“, sagte Schwochow. Um mehr Qualität an den Kindertagesstätten zu erreichen, müsse auch mehr Geld in die Hand genommen werden. „Mitarbeiter in den Kitas müssen wie Grundschullehrer vergütet und qualifiziert werden“, so Schwochow. Dabei dürfe aber nicht nur nach Mitteln des Landes gerufen werden. „Auch der Bund und die Wirtschaft müssen zeigen, dass die Frage der Kinder einen hohen Stellenwert hat.“

Die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, Marie-Luise von Halem, forderte eine stärkere Akademisierung der Erzieherausbildung. „Wir brauchen mehr Erzieher mit Hochschulausbildung.“ Mit einem Antrag, der in die nächste Landtagssitzung eingebracht werden soll, fordert die Partei zudem ein externes Qualitätsmonitoring für die 1800 Kindertagesstätten in Brandenburg. Mit den Ergebnissen sollten den Einrichtungen „Maßnahmen für die Verbesserung ihrer Qualität an die Hand gegeben werden“.

Ministerin Münch setzt dagegen auf die Einstellung von 1000 weiteren Erziehern in den nächsten fünf Jahren. „Damit können wir den Betreuungsschlüssel bei den unter Dreijährigen verbessern, so dass fünf Kinder auf eine Erzieherin oder einen Erzieher kommen.“ Zudem sollten die Ausbildung von Erziehern und Lehrern ineinander übergehen. „Und die Wertschätzung für den Erzieherberuf sollte sich künftig deutlicher im Einkommen widerspiegeln.“


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