Grüne warnen vor einer Vermaisung : Bald nur noch Mais auf den Feldern?

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Laut Statistischem Landesamt wachse Mais inzwischen auf rund 198 000 Hektar, was 19 Prozent der Ackerfläche des Landes entsprichtSeit 2005 habe die Maisanbaufläche im Land um 73 Prozent zugenommen.

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03. August 2015, 22:00 Uhr

Brandenburgs Grüne warnen vor einer Vermaisung Brandenburgs. Laut Statistischem Landesamt wachse Mais inzwischen auf rund 198 000 Hektar, was 19 Prozent der Ackerfläche des Landes entspricht, erklärte der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen und Spreewälder Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke am Wochenende. Seit 2005 habe die Maisanbaufläche im Land um 73 Prozent zugenommen. ,,Die immer stärkere Verbreitung von Maismonokulturen laugt unsere Böden aus und schadet der Artenvielfalt“, sagte Raschke.

Mais werde immer stärker als Energiepflanze genutzt, doch hier gebe es einen Zielkonflikt mit der Artenvielfalt, der neue Ansätze verlange. Beispielsweise gebe es mit dem Wildpflanzenanbau bei der Biogaserzeugung eine gute Alternative zum Mais.

Der Landesbauernverband weist die Kritik der Grünen indes zurück. „Laut Statistik haben wir in Brandenburg gerade einmal knapp ein Prozent mehr Mais als im Vorjahr“, sagt Pressesprecher Holger Brantsch. Das entspreche etwa 18 bis 19 Prozent der Ackerfläche.

Knapp jeder fünfte Hektar in Brandenburg werde also mit Mais bepflanzt. „Es ist richtig, dass es an einzelnen Orten im Land zu Häufungen kommen kann, etwa weil da Biogasanlagen in der Nähe sind“, sagt Brantsch. „Aber über die ganze Landesfläche verteilt ist das eine Größenordnung, die komplett in Ordnung ist.“ Zudem seien überhaupt nur 27  000 Hektar Maispflanzen zur Energieerzeugung angebaut worden. 171  000 Hektar dienten dagegen als Viehfutter. „Insgesamt gesehen hat der Maisanbau noch immer den Umfang, den er zu DDR-Zeiten schon hatte“, sagt Brantsch. „Schon damals waren 16 oder 17 Prozent der Ackerfläche mit Mais bebaut.“ Auch der Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, Gregor Beyer, betont, dass das Thema Vermaisung in der Öffentlichkeit „relativ hochgespielt“ werde: „Wenn man sich die Zahlen genau ansieht, ist das bei Weitem nicht so ein Problem [...] Es gibt Länder, da sieht es anders aus, aber Brandenburg gehört bei Weitem nicht dazu.“

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