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Qualitäts-Check : Bahnhöfe der Mark meist mit Mängeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

VBB untersuchte Qualität aller Stationen / nur Prenzlau sticht positiv hervor

von
erstellt am 25.Okt.2015 | 12:54 Uhr

Regelmäßige Bahnfahrer wissen es schon lange: Die Qualität der Bahnhöfe in Brandenburg lässt zu wünschen übrig. Nun hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg eine Qualitätsanalyse vorgelegt und das Ergebnis ist ernüchternd: Denn während die pro Zughalt berechneten Stationsgebühren neben den Trassenpreisen zu den wichtigsten Kostenfaktoren im Regionalverkehr zählen, besteht aus Sicht des VBB an 70 Prozent der Brandenburger Bahnhöfe dringender oder erkennbarer Handlungsbedarf.

Untersucht wurden Barrierefreiheit, Fahrgastinformation und Aufenthaltsqualität an den Stationen. Das beste Ergebnis fuhr der Bahnhof im uckermärkischen Prenzlau ein. Die Station ließ mit einer Quote von 100 Prozent selbst den millionenteuren Berliner Hauptbahnhof hinter sich, der die Kriterien des VBB nur zu 96,7 Prozent erfüllte. Dagegen weisen viele andere Stationen Lücken auf. Der Bahnhof Cottbus, der mit seinen Stationsgebühren zu den teuersten Stationen Deutschlands gehört, kommt lediglich auf eine Qualitätserfüllung von 68 Prozent. In der von der „DB Station & Service AG“ im Internet veröffentlichten „Stationspreisliste 2016“ sind pro Zughalt in Cottbus Gebühren in Höhe von 35,05 Euro vorgesehen. Der Berliner Hauptbahnhof schlägt in dieser Tabelle nur mit 19,27 Euro zu Buche.

Auch kleinere Bahnhöfe werden bemängelt. So sind Stationen wie Ruhland oder Finkenheerd nicht barrierefrei erreichbar. In Weisen, Herzberg, Meyenburg oder Pritzwalk-Hainholz fehlen dynamische Fahrgastinformationssysteme. In Grunow (Niederlausitz), Kyritz und Brügge (Prignitz) fehlt es laut VBB an Aufenthaltsqualität. Insgesamt erfüllten 36 Bahnhöfe die Qualitätsanforderungen des VBB zu mehr als 90 Prozent. 27 Stationen erfüllten die Ansprüche hingegen nur zu weniger als 70 Prozent.

Einer, der in den letzten Monaten unzählige Brandenburger Bahnhöfe selbst bereist hat, ist der Landtagsabgeordnete der Grünen, Michael Jungclaus. „Die Qualitätsanalyse des VBB zeigt, dass Infrastrukturbetreiber wie die DB Station & Service AG deutlich mehr in die Bahnstationen investieren müssen“, sagte Jungclaus am Wochenende. „Bei der heute ohnehin schon minimalen Ausstattung ist es nicht hinnehmbar, wenn bei einem Viertel der Bahnstationen Defizite beim Wetterschutz zu verzeichnen sind.“

Dynamische Schriftanzeigen, die über Verspätungen informieren, fehlen bei über einem Drittel der Bahnstationen.„Wollen wir mehr Fahrgäste gewinnen, sollte nicht an Wetterschutz, Fahrkartenautomaten oder aktuellen Fahrgastinformationen gespart werden“, sagt Jungclaus. „Wenn die Deutsche Bahn AG die Menschen im Regen stehen lässt, muss man sich nicht über sinkende Fahrgastzahlen wundern.“

 

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