Hallenbäder in Brandenburg : Bäder sind Belastung für Kommunen

Hallenbäder sind wichtig für Lebensqualität und Vereinssport, stellen für die Kommunen aber einen großen Kostenfaktor dar.
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Hallenbäder sind wichtig für Lebensqualität und Vereinssport, stellen für die Kommunen aber einen großen Kostenfaktor dar.

Hallenbäder in Brandenburg bieten meist mehr als ein Sportbecken, um Gäste anzulocken – sind aber ein großer Kostenfaktor

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10. Dezember 2013, 15:08 Uhr

Ein Hallenbad, in dem die Besucher zügig Bahn um Bahn schwimmen und dann nach Hause gehen - in Brandenburg ist das eher ein Auslaufmodell. In den vergangenen Jahren ist der sportliche Aspekt vielerorts in den Hintergrund gerückt. Wie eine Umfrage ergab, orientieren sich die Bäderbetreiber verstärkt an Freizeiteinrichtungen. „Gerade Familien kann man mit Schwimmen als Volkssport nicht mehr überzeugen“, sagte etwa Klaus-Dieter Kurrat, Geschäftsführer des „Wildorad“»-Schwimmbades in Wildau . Deshalb sei in seinem Bad schon 2007 eine Riesenrutsche installiert worden. Auch die Sauna und das Wasserfahrradfahren kämen bei den Besuchern gut an.

Neue Angebote reichen jedoch meist nicht aus, um genügend Gäste anzulocken. „Ein kostendeckender Betrieb ist kaum möglich“, betonte Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg. Unter dem Strich würden die Bäder eine hohe Belastung für die Kommunen bedeuten, vor allem die Betriebskosten würden heftig zu Buche schlagen. „Die übersteigen oftmals schon nach drei, vier Jahren die Investitionskosten“, erläuterte Böttcher. Zwar seien die Bäder wichtig für das Gemeinwohl, ihre Anzahl sei im Land aber deutlich zu hoch. „Ende der 1990er Jahre wurde intensiv gefördert, aber nicht darauf geachtet, welche Kosten folgen“, kritisierte er die Bäderplanung der Landesregierung. Nach Angaben des ehemals zuständigen Bildungsministeriums gibt es 36 Hallenbäder im Land. Bis 2009 wurden mehr als 275 Millionen Euro in die Bäder investiert. Das Land stellte 170 Millionen Euro bereit, der größte Teil der Fördergelder kam aus dem EU-Regionalfonds. Damit seien alle Bäder seit 1990 modernisiert oder sogar neu gebaut worden.

Trotzdem ist nicht jede märkische Schwimmhalle in einem makellosen Zustand. Gerade Besucher kleinerer Anlagen auf dem Land müssen oft mit Mängeln zurechtkommen - so auch im Freizeitzentrum in Wittstock. Gerade erst wurden das neue Dach, die Fassadendämmung und das Foyer für insgesamt 460 000 Euro fertiggestellt. Zuvor waren bereits die Sanitäreinrichtungen und Umkleidebereiche für rund 450 000 Euro modernisiert worden - viel Geld für eine Kleinstadt.

„Wir bemühen uns ständig, neue Fördermittel zu sammeln“, berichtete Bürgermeister Jörg Gehrmann. Um Betriebskosten zu sparen, müsse künftig vor allem die 26 Jahre alte Schwimmbadtechnik erneuert werden. „Die Schwimmhalle soll auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagte Gericke. Zu wichtig sei das 25 Meter lange Becken für Schulschwimmunterricht und den Vereinssport in der Region. „Es ist kein Luxus, den sich die Stadt damit leistet. Es ist wichtig für die Lebensqualität.“

Auch in Brandenburg/Havel wird am Marienbad festgehalten. Zwar wurde die Einrichtung im vergangenen Jahr rund 340 000 mal besucht, trotzdem musste die Stadt einen Zuschuss von 850 000 Euro zahlen. „Die neuen Bäder in Werder und Potsdam werden uns als künftige Mitbewerber aber viel größere Probleme bereiten“, warnte Werkleiter Fred Ostermann. Bislang habe sich das Marienbad als sportlich ausgerichtetes Freizeitbad für Familien in der Region gut eingefügt. Die umliegenden Hallenbäder würden andere Zielgruppen ansprechen. Ohne Saunalandschaft und Fitnesskurse komme jedoch kein Schwimmbad aus.

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