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Landwirtschaft : Aufstand gegen die Bodenpreise

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauern rebellieren und fordern Vorkaufsrecht für heimische Landwirte

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 12:14 Uhr

Der Brandenburger Bauernbund fordert die Landesregierung dazu auf, den Verkauf von Agrarland an Investoren zu stoppen. Heimische Landwirte sollten beim Flächenerwerb bevorzugt werden, hieß es gestern auf dem Bauerntag in Summt (Oberhavel). Grüne und CDU unterstützen die Idee.

Seit Jahren warnt der Bauernbund, ein Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Familienbetrieben, eindringlich vor einem Ausverkauf der Äcker an auswärtige Kapitalanleger. So befinden sich nach einer eigenen Erhebung bereits 114 000 Hektar in Brandenburg in der Hand solcher Investoren.
„Die Eigentumsverhältnisse in den Dörfern haben sich massiv verändert, außerdem wird Wertschöpfung dem ländlichen Raum entzogen“, sagte der Präsident des Bauernbundes, Karsten Jennerjahn. Als ein Negativbeispiel nannte er die Entwicklung in Märkisch-Oderland.

Wenn die Landespolitik nicht gegensteuere, gerate der Bodenmarkt völlig aus den Fugen. So sind die Verkaufspreise für Agrarflächen im vergangenen Jahr erneut nach oben geschnellt. Im Land wurden nach Angaben der bundeseigenen Bodenverwertungsgesellschaft BVVG im Vorjahr im Schnitt 13 730 Euro pro Hektar verlangt – ein Anstieg von 15 Prozent binnen Jahresfrist.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht die steigenden Preise für Äcker mit Sorge. Einheimische Landwirte könnten sich das kaum noch leisten, sagte er auf der Mitgliederversammlung des Bauernbundes. Daher sei die Sicherung des Bodens für ortsansässige Bauern eine der größten politischen Herausforderungen, so Woidke und kündigte für diese Legislaturperiode Verbesserungen an. Eine Reglementierung des Bodenmarktes ist aus der Sicht der Landesregierung jedoch rechtlich schwierig.
Dagegen warf die CDU der Landesregierung Untätigkeit vor. Die Voraussetzungen seien längst gegeben, per Gesetz die heimische Landwirtschaft zu stärken, sagte Fraktionschef Ingo Senftleben. Ein Vorverkaufsrecht für Betriebe aus der Region werde von der rot-roten Koalition jedoch mit „fadenscheinigen Argumenten“ abgelehnt.

Grünen-Fraktionschef Axel Vogel forderte das Land dazu auf, insbesondere den Verkauf landeseigener Agrarflächen zu beenden. Nach den Angaben von Vogel sind zunehmend auch bäuerliche Familienbetriebe bedroht. Deren Zahl sei zwischen 2005 und 2013 um ein Fünftel auf 5400 Unternehmen gesunken.

Henning Kraudzun

 

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