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Sicherheit : Anti-Terror-Einheit nach Blumberg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

50 Beamte für den Bundespolizei-Standort im Landkreis Barnim

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:33 Uhr

Eine neue Anti-Terror-Einheit der Bundespolizei wird heute von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Blumberg (Barnim) vorgestellt. Sie soll bereits bestehende Spezialkräfte wie die GSG 9 im Falle von Anschlägen unterstützen.

Für die Anti-Terror-Einheit, die auf mehrere Standorte deutschlandweit verteilt werden soll, sind insgesamt 250 Planstellen vorgesehen. 50 Kräfte werden nun nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf dem Gelände der Bundespolizei in Blumberg für ihre neuen Aufgaben geschult.

Die Einheit wird nicht grundsätzlich neu aufgestellt, sondern soll aus den bereits bestehenden „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten“ (BFE) der Bundespolizei hervorgehen und trägt deshalb den Namen BFE+. Sie soll laut Bundesinnenministerium zum einen die „Reaktions- und Durchhaltefähigkeit“ der Bundespolizei bei einem Terroranschlag erhöhen, andererseits aber dann zum Einsatz kommen, wenn die Hilfe von Spezialeinsatzkommandos (SEK) oder der GSG 9, die noch mehr spezialisiert sind – zum Beispiel auf Geiselbefreiungen –, nicht benötigt wird. Die Grenzen, teilt das Bundesinnenministerium mit, seien in vielen Fällen allerdings fließend.

Die Bundespolizisten, die nun in Blumberg ausgebildet werden, werden nur bei Bedarf aus ihren bisherigen Einheiten herausgelöst. Im Alltag sollen sie weiter ihre bisher ausgeübten Aufgaben ausfüllen. Dazu gehören Einsätze bei Krawallen, Razzien oder auch Amokläufen.

Hintergrund der Schaffung der neuen Anti-Terror-Einheit sind die von Islamisten verübten Anschläge vom 13. November in Paris und die Attacke auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ vom Januar. Es gab aber auch 2008 im indischen Mumbai zum Beispiel einen Überfall mit 166 Toten. Waren die Terrorakte früher räumlich und zeitlich begrenzt, so mehren sich seit Jahren koordinierte Kommandoaktionen, bei denen die Angreifer Bombenanschläge, Angriffe mit Schusswaffen und auch Geiselnahmen koordinieren. Auf diese veränderte Bedrohungslage reagiere man nun, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Auf die Pariser Anschläge hat auch schon das Land Brandenburg reagiert, indem es eine vierte Gruppe des Spezialeinsatzkommandos aufbaut.  

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