Bürgermeister und Landräte : Altersgrenze fällt

Will nicht noch mal: Der Bürgermeiste von Erkner – Jochen Kirsch (65) FOTO: PRIVAT
Will nicht noch mal: Der Bürgermeiste von Erkner – Jochen Kirsch (65) FOTO: PRIVAT

Bislang ist mit 62 Schluss, künftig wohl nicht mehr.

svz.de von
19. Juli 2015, 08:00 Uhr

Voraussichtlich im Herbst hebt der Landtag die Altersgrenzen für hauptamtliche Bürgermeister und Landräte komplett auf. Das Kabinett hat bereits grünes Licht für die Reform gegeben, über die seit Jahren diskutiert wird. Künftig sind dann alle volljährigen Bürger wählbar, egal ob sie 18 oder 80 sind. Bislang dürfen Kandidaten nicht jünger als 25 und nicht älter als 62 sein. Eine im Bundesvergleich besonders restriktive Regel, die also nun mit einer breiten Mehrheit im Parlament gekippt werden dürfte.

Etliche Politiker in der Region könnten profitieren. Führt die Reform also dazu, dass bald reihenweise Frauen und Männer im Rentenalter an der Spitze von Kommunen stehen? Es sieht nicht danach aus.

Jochen Kirsch (SPD) ist Bürgermeister von Erkner und 65 Jahre alt. Er könnte in drei Jahren erneut antreten, denkt aber nicht daran. Mit 68 will er definitiv aufhören. Auch der Fürstenwalder Rathauschef Hans-Ulrich Hengst (parteilos) verzichtet auf eine weitere Amtszeit nach 2018. Der 60-Jährige lässt ausrichten, dass er sich auf andere Dinge im Leben jenseits des Jobs freue. Wie es indes der 62 Jahre alte Uckermark-Landrat Dietmar Schulze (SPD) hält, ist offen. Er könnte 2018 noch einmal antreten, hat sich aber bislang nicht geäußert. Ausdrücklich offen halten sich indes eine erneute Kandidatur die Stadtoberhäupter von Oranienburg und Kremmen, Hans-Joachim Laesicke (61) und Klaus-Jürgen Sasse (64). Letzterer ist seit 1990 Bürgermeister und grundsätzlich nicht abgeneigt, in anderthalb Jahren erneut anzutreten. Potsdam wiederum fiebert 2018 dem dann dritten Duell von Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) um den Bürgermeisterposten entgegen. Ob die beiden 61-Jährigen das auch wollen, ist offen. Der Landrat der Prignitz, Torsten Uhe, sowie die Bürgermeister von Perleberg, Annett Jura, und Wittenberge, Dr. Oliver Hermann, sind von der Altersgrenze derzeit noch weit entfernt, sodass sich die Altersfrage vorerst nicht stellt.

Die Aufhebung der Altersgrenze nach oben gilt allgemein als Gebot der Zeit. Erhebliche Bauchschmerzen hat aber unter anderem der Städte- und Gemeindebund mit der Herabsetzung des Mindestalters auf 18. „Damit wird das Amt der Lächerlichkeit preisgegeben“, klagt Vize-Geschäftsführerin Monika Gordes. Es sei undenkbar, dass ein so junger Mensch eine Verwaltung mit hunderten Mitarbeitern führt.

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