Bildung : Alle Lehrer sind schon da

Brandenburg hat durch eine bundesweite Anzeigenkampagne offenbar genug Lehrer gefunden.
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Brandenburg hat durch eine bundesweite Anzeigenkampagne offenbar genug Lehrer gefunden.

Einen Monat vor Schuljahresbeginn gibt sich das Bildungsministerium zufrieden – ein Prignitzer reagiert skeptisch.

svz.de von
22. Juli 2014, 23:32 Uhr

Einen Monat vor Beginn des neuen Schuljahrs hat das Land Brandenburg seinen Lehrerbedarf fast gedeckt: „Wir suchen nur noch in wenigen Einzelfällen“, sagt der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Stephan Breiding.

Im Februar hatte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) eine bundesweite Anzeigenkampagne gestartet, um Ersatz für die rund 600 aus Altersgründen ausscheidenden Lehrer zu finden. Zudem wurden 400 weitere Lehrkräfte gesucht, weil ab dem kommenden Schuljahr die Wochenarbeitszeit für Lehrer um eine Stunde verringert wird. Daraufhin hatten sich rund 6500 Bewerber gemeldet.

„Es wird jetzt laufend eingestellt“, sagt Breiding. „Die Schulämter sind dabei, die Lücken zu stopfen.“ Dies gelte auch für den berlinfernen, ländlichen Raum – also auch eine Region wie die Prignitz, wo es traditionell schwer sei, Kandidaten zu finden. „Wir gehen davon aus, dass wir in der Lage sind, auch dort den Bedarf zu decken“, sagt Breiding. „Aber Kassensturz wird natürlich erst kurz vor Ende des Schuljahres gemacht.“

Wie der Ministeriumssprecher sagte, hätten zahlreiche Bewerber zudem darum gebeten, auch bei einem Scheitern in dieser Runde auf der Bewerberliste des Ministeriums zu bleiben. „Das passt uns gut, denn wir werden auch zum Schuljahr 2015/2016 Bewerber brauchen.“

Die Opposition allerdings ist angesichts der Nachrichten aus dem Ministerium noch skeptisch. „Wenn das tatsächlich stimmt, ist das eine positive Nachricht“, sagt der CDU-Bildungspolitiker und Prignitzer Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. „Aber es löst nicht die Probleme, die wir langfristig haben.“ Grundschullehrer und auch Oberschullehrer würden in Brandenburg mehr benötigt, als ausgebildet würden. „Die meisten Lehramtskandidaten studieren Deutsch und Geschichte fürs Gymnasium – und das sind die Fächer, wo wir kaum Bedarf haben.“ Hier müssse künftig bedarfsgerechter ausgebildet und um Studierende geworben werden.

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