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AfD: 1 000 Asylbewerber kommen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

„Die rot-rote Landesregierung plant ein riesiges Asylbewerber-Ghetto im Elbe-Elster-Land“, wettert Alexander Gauland. Der Spitzenkandidat der rechtskonservativen AfD trat gestern an die Presse.

Einst rasselten die Kettenfahrzeuge über das Gelände der Lausitz-Kaserne in Doberlug-Kirchhain. Panzerpioniere und Fallschirmjäger waren hier stationiert, bis die Bundeswehr das Gelände vor gut fünf Jahren aufgab. Seitdem steht das Gebäude leer. Doch das könnte sich ändern: Künftig sollen dort Asylbewerber untergebracht werden.

„Die rot-rote Landesregierung plant ein riesiges Asylbewerber-Ghetto im Elbe-Elster-Land“, wettert Alexander Gauland. Der Spitzenkandidat der rechtskonservativen AfD trat gestern an die Presse und verkündete unter der Überschrift „Verstecken statt Ausweisen“, dass die Potsdamer Landesregierung „bis zu 1000 Asylbewerber“ in der nur 9 000 Einwohner zählenden Kleinstadt unterbringen will. „Diese Kaserne würde zu einem Ghetto, in dem die noch amtierende rot-rote Landesregierung die Ergebnisse ihrer verfehlten Politik weit weg von Potsdam und den Villenvierteln um Berlin verstecken könnte.“ Die AfD dagegen wolle sich „im nächsten Brandenburger Landtag dafür einsetzen, dass Asylverfahren schnell abgeschlossen und abgelehnte Asylbewerber konsequent abgeschoben werden.“

Das Potsdamer Innenministerium bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass die Landesregierung überlege, die ehemalige Kaserne zu nutzen, da die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt überfüllt sei. Falsch sei der Vorwurf der AfD, direkt nach der Landtagswahl das Gebäude nutzen zu wollen. Die Verträge seien derzeit noch nicht unterschriftsreif, so Sprecher Ingo Decker.

„Doberlug-Kirchhain ist eine Option für uns, aber entschieden ist noch nichts.“ Aus der Luft gegriffen seien auch die von Gauland geäußerten Vermutungen, wonach das Land insgesamt 1 000 Menschen in der Kaserne unterbringen wolle. „Wir rechnen intern mit vielleicht 800“, so Decker. Der Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain und der Landrat des Elbe-Elster-Kreises seien im Übrigen über das Interesse des Landes an der Liegenschaft informiert. „Es ist schon bemerkenswert, auf welchem Niveau dieses Thema in den letzten Wochen des Wahlkampfes verhandelt wird.“

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