Wildschweine stoppen : Baustart für Zaun gegen Schweinepest

In Sachsen bauen Mitarbeiter von Veterinärämtern bereits Elektro-Wildabwehrzäue mit Duftkomponente auf.
In Sachsen bauen Mitarbeiter von Veterinärämtern bereits Elektro-Wildabwehrzäue mit Duftkomponente auf.

Wildschwein-Abwehrnetze mit „Duftschalen“ und Elektrozäune an Polens Grenze gegen die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest

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20. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Sie sind 90 Zentimeter hoch und sollen entlang der polnischen Grenze die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest nach Deutschland verhindern: Am Freitag beginnt Brandenburg mit dem Bau von Wildschutzzäunen, teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Das Risiko der Einschleppung durch infizierte Wildschweine aus Westpolen nach Deutschland werde größer, hieß es.

Die ersten Zäune sollen bei Guben (Spree-Neiße) errichtet werden. Schwerpunkte der vorbeugenden Maßnahmen sind auch der Landkreis Oder-Spree und die Stadt Frankfurt (Oder). Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und Landrat Harald Altekrüger (CDU) werden sich vor Ort ein Bild von der Lage machen.

In Deutschland ist kein Fall Afrikanischer Schweinpest bei einem Wild- oder Hausschwein bekannt, in Westpolen wurden mehr als 50 Fälle der Tierseuche bei toten Wildschweinen registriert. Zu Monatsbeginn wurde ein am Virus verendetes Wildschwein etwa 40 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt gefunden. Brandenburg und Polen haben eine gemeinsame Grenze von etwa 280 Kilometern.

Aufgestellt werden an Neiße und Oder mobile Elektro- und Duftzäune. Dazu kommen Abwehrnetze, auf deren Pflöcken „Duftschalen“ mit einem bestimmten Geruch installiert sind. Sie sollen die Tiere abhalten. Die Wildschutzzäune kommen auf einer Länge von 120 Kilometern lokal und zeitlich begrenzt zum Einsatz. Sie werden nicht durchgängig sondern nach Gefahrenlage aufgestellt, erklärte der stellvertretende Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. „Wir wollen den Zaun wieder abbauen, wenn die Gefahr gebannt ist.“ Daher könne kein Vergleiche mit Maßnahmen Dänemarks an der Grenze zu Schleswig Holstein gezogen werden.

Dänemark hat auf einer Länge von 70 Kilometern von der Ost- bis zur Nordsee einen Wildschweinzaun fertiggestellt - allerdings einen stationären. Er ist einen halben Meter tief im Boden verankert und 1,50 Meter hoch.

Die Kosten für den Aufbau der Wildschutzzäune von etwa 160 000 Euro übernimmt das Land Brandenburg; den Aufbau und die Entscheidung über den genauen Verlauf der Zäune treffen die Landkreise. Sie müssten in Kooperation mit den Landesforst - und Wasserbetrieben auch regelmäßig kontrollieren, ob die Zäune noch intakt sind, erläuterte Hesse.

Allein in Frankfurt (Oder) soll der Zaun nach Angaben der Stadt auf eine Länge von 16 Kilometern gebaut werden. Einen genauen Termin für die Errichtung gibt es nach Aussage von Stadtsprecher Udo Meier noch nicht - dies liege in der Hand des Landesforstbetriebs. Das Technische Hilfswerk werde beim Zaunbau helfen, wenn zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht würden.

Schon ein Wurstbrot oder kontaminierte Produkte könnten „definitiv“ ausreichen um die Seuche einzuschleppen, sagte die Leiterin des Referenzlabors für Afrikanische Schweinepest am Friedrich Löffler Institut, Sandra Blome. Zäune seien ein „wichtiges Werkzeug“ zur Bekämpfung der Tierseuche. Ein absolut dichter Zaun gegen Wildschweine sei aber kaum möglich. „Es geht um eine Barriere, die mit anderen Maßnahmen zusammen eine Eindämmung bewirken kann.“

Der Landesbauernverband begrüßte die Maßnahmen der Landesregierung. Die Einschleppung der Afrikanischen Schweinpest nach Deutschland hätte schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die Schweinehalter. Der derzeit gute Schweinepreis würde sofort unter Druck geraten, außerdem gelten dann Handelsbeschränkungen bis hin zu Einfuhrverboten.

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