zur Navigation springen
Brandenburg

19. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Wirtschaft : Bauboom als Wachstumsmotor

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Firmen in Brandenburg melden laut IHK gutes Geschäftsklima

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 04:45 Uhr

Das Geschäftsklima in Brandenburg hellt sich weiter auf. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beurteilten in den aktuellen Konjunkturumfragen der märkischen Industrie- und Handelskammern (IHK) ihre derzeitige Lage als gut oder gleichbleibend. „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Einstellungen, der Lohn- und Rentensteigerungen sowie der Kaufkraftgewinne durch die gesunkenen Energiepreise wird der Aufschwung wie schon im vergangenen Jahr vom privaten Konsum getragen“, erklärte die Potsdamer IHK-Präsidentin Beate Fernengel. Die Binnennachfrage werde darüber hinaus durch die niedrigen Zinsen angekurbelt, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt, Gundolf Schülke.

Und die Unternehmen bleiben optimistisch: Mehr als 80 Prozent der Ostbrandenburger und fast 90 Prozent der Westbrandenburger Firmen erwarten für die nächsten Monate eine verbesserte oder zumindest gleichbleibende Geschäftslage.

Wachstumsmotor für diese Entwicklung sei allen Kammerbezirken zufolge der anhaltende Bauboom im privaten Sektor. Die meisten befragten Baubetriebe gehen davon aus, dass diese Entwicklung anhält. Vor allem das „billige Geld“ – bedingt durch die niedrigen Zinsen - befördere diesen Trend, so Schülke.

Jedes dritte ostbrandenburgische Unternehmen will sein Investitionsvolumen steigern. 30 Prozent davon tun dies, um ihre Kapazitäten zu erweitern, wie aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Ostbrandenburg hervorgeht. Ebenso hoch sind die Zahlen im Potsdamer Kammerbezirk. Lediglich im Süden Brandenburgs zeigen sich die Unternehmen etwas zurückhaltender.

Die positive Aussichten spiegeln sich auch beim Personal wider. So wollen 31 Prozent der Westbrandenburger und 17 Prozent der Ostbrandenburger Firmen neue Mitarbeiter einstellen. Dabei werde aber der Fachkräftemangel zunehmend zum Hemmnis. „Unternehmer müssen sich mehr um ihr Personal kümmern“, mahnt Schülke. Ein Wettbewerb um Fachleute werde beginnen. Unternehmer, die wenig zahlen, könnten dann die Verlierer sein. Bauberufe seien beim Nachwuchs aktuell nicht nachgefragt. Daher würden Firmen Mitarbeiter abwerben – zumeist mit höheren Lohnversprechungen.

Die Lage in der Industrie hat sich dagegen etwas eingetrübt, wenn auch auf hohem Niveau. Die Unternehmen verzeichnen etwas weniger Auftragseingänge als vor einem Jahr. Dies werde vor allem mit dem Auslandsgeschäft in Verbindung gebracht. Gundolf Schülke verweist darauf, dass inzwischen schon rund 40 Prozent der märkischen Industriebetriebe Waren ins Ausland verkaufen. Das anhaltende Russland-Embargo, die zunehmende Schwäche der Schwellenländer und die Diskussion um einen britischen EU-Austritt würden Sorgen bereiten. Optimistisch sieht die Industrie dem Inlandsabsatz entgegen.

Für den Handel zeichnet sich keine Tendenz ab. Während Großhändler von der positiven Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft profitierten, fallen die Bewertungen der Einzelhändler verhaltener aus. Der Einzelhandel befürchtet eine leichte Abschwächung des privaten Konsums für die nächsten Monate. Der Dienstleistungssektor befinde sich im Aufwind, hieß es.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen