Barrikade am See

Spontane Demonstration an der Sperrung des Uferweges.
Spontane Demonstration an der Sperrung des Uferweges.

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01. April 2010, 01:57 Uhr

Gross Glienicke | Schnell hatte es sich herumgesprochen am Dienstagabend im Ortsteil Groß Glienicke der Landeshauptstadt. Wieder hatten zwei Grundstückseigentümer am Groß Glienicker See den Uferweg abgesperrt, Bauzäune aufgestellt, mit Heckenbepflanzungen quer über den beliebten Spazierweg begonnen und privaten Wachschutz postiert.

Seit November ist die Landeshauptstadt mit Privateigentümern in Verhandlung, hat verfügbare Grundstücke am See von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft, um den Uferweg öffentlich zugänglich zu erhalten. Im Unterschied zum Potsdamer Griebnitzsee, wo es ebenfalls seit längerem Streit um den Zugang zum Uferweg gibt, existiert am Groß Glienicker See ein gültiger Bebauungsplan, der den ehemaligen Postenweg unabhängig vom Eigentum als öffentlich ausweist. Doch die Verhandlungen mit dem Ziel, der Stadt die Grunddienstbarkeit für den öffentlich gewidmeten Weg auf dem jeweiligen Privateigentum im Grundbuch einzuräumen, stocken.

Die Eskalation ließ gestern auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nach Groß Glienicke eilen. Viele der aufgebrachten Bürger erwarten ein konsequentes Einschreiten des Stadtoberhaupts. Doch der verwies auf die laufenden Verhandlungen, sagte aber auch, er werde die Eskalation nicht hinnehmen und eine Beseitigungsanordnung erlassen. Allerdings werde dieser sicher widersprochen werden, so dass man kaum damit rechnen könne, den Weg sofort wieder offen zu haben.

Seeanrainer Oliver Lorenz, der das öffentliche Interesse akzeptiert und selbst nicht an der Sperrung beteiligt war, bezeichnete die Aktion zweier Eigentümer als "Hilferuf". Denn die legitimen Interessen der Privateigentümer würden in den Verhandlungen mit der Stadt nicht berücksichtigt. So gab es zwar Zugeständnisse seitens der Kommune, aber eine grundsätzliche Einigung scheitere daran, dass den Eigentümern kein Rücktrittsrecht von dem Vertrag eingeräumt wird, falls möglicherweise die konkreten Vereinbarungen angefochten werden.

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