Bahn in der Kritik

Schaffner wirft Mutter und Kind aus dem Zug: Jetzt hagelt es Proteste

Nachdem ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn eine junge Mutter mit Kind bei Sturm und Schnee aus dem Prignitz-Express geworfen hat, hagelt es Kritik. „Wir wollen, dass Zugbegleiter freundlich und höflich mit den Fahrgästen umgehen“, sagte ein Sprecher des Infrastrukturministeriums in Potsdam. Jemanden des Zuges zu verweisen, das passe nicht in das Konzept.

Empört ist auch der Berliner Fahrgastverband (IGEB). „Formal hat der Schaffner richtig gehandelt“, beurteilte IGEB-Vize Jens Wiesecke das Verhalten. Schickt aber sofort ein „Aber“ hinterher: „Es gilt, Maß zu bewahren.“ Dazu zähle die Suche nach einem Kompromiss.

Nach dem Vorfall hatte die Deutsche Bahn das Vorgehen ihres Mitarbeiters verteidigt. Inzwischen teilte die Pressestelle mit, dass der Schaffner der Frau sehr wohl Hilfe angeboten habe. Augenzeuge Stefan Weiß dementiert solch Angebote. Der Zugbegleiter habe lediglich auf ein Piktogramm verwiesen, das in die Richtung zeigt, wo Kinderwagen abzustellen sind.“

Auch die alarmierte Bundespolizei war bei dem Fall in Kritik geraten, weil sie den Willen des Zugbegleiters durchsetzte. Inzwischen wurde bekannt, dass die Beamten Mutter und Kind mit ihren Dienstwagen zu ihrem Ziel nach Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) fahren wollten. Das scheiterte aber am fehlenden Kindersitz“, erklärte Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski.

„Vielleicht war der Schaffner so herzlos, weil auf dem Zugpersonal ein enormer Druck lastet“, vermutet IGEB-Vize Wiesecke. Schließlich sei der Prignitz-Express häufig überfüllt. So auch am vergangenen Freitag „Die Leute standen im Gang“, sagte Zeuge Stefan Weiß. Wieseckes Vorschlag, mehr Züge auf der Strecke einzusetzen, werden vom Ministerium nicht begrüßt. „Die Mittel gehen zurück“, begründete ein Sprecher.

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