Zustand des Brandenburger Walds : Bäume erfreuen sich bester Gesundheit

Forstbeamter Michael Kopka lenkt eine Drohne durch den Wald bei Potsdam. Mit ihr kann der Waldzustand aus der Luft festgestellt werden.
Forstbeamter Michael Kopka lenkt eine Drohne durch den Wald bei Potsdam. Mit ihr kann der Waldzustand aus der Luft festgestellt werden.

Aber Fachorganisationen kritisieren mangelndes Handeln des Ministeriums

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20. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Brandenburgs Wald geht es gut. Derzeit weisen nur neun Prozent der Waldfläche deutliche Schäden auf. 46 Prozent des Waldes sind dagegen ohne Schäden. Das geht aus dem diesjährigen Waldzustandsbericht hervor, den Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern vorstellte. Dass es den Wäldern so gut geht , liegt laut Vogelsänger vor allem an den überdurchschnittlichen Niederschlägen in diesem Jahr

Trotzdem sei die Gefahr für den Wald weiterhin groß. So profitierten von der Klimaerwärmung vor allem Pilze, die immer öfter Schäden verursachen. Erstmals wurde in diesem Jahr die auch Nadelbräune genannte Rotbänderkrankheit im Süden Brandenburgs großflächig festgestellt. Der Pilz steht wegen seiner Gefährlichkeit auf dem Index der Quarantäne-Schadorganismen der EU, teilte das Ministerium mit. Er führe dazu, dass die Nadeln der Bäume braun werden und die Bäume nach mehrjährigem Befall absterben. In Brandenburg kommt die Rotbänderkrankheit gegenwärtig im Wald nur an Schwarz- und Bergkiefern, insbesondere auf den Kippenaufforstungen in Südbrandenburg, vor. Derzeit arbeite man daran, eine Verbreitung auf andere Baumarten zu verhindern.

Zudem seien durch die Herbststürme des Jahres 2017 mehr als eine Million Kubikmeter Sturmholz angefallen. Der finanzielle Schaden durch „Xavier“ und „Herwart“ belaufe sich auf rund 42 Millionen Euro. Wie der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbands Brandenburg, Martin Hasselbach, gegenüber dem „Prignitzer“ sagte, seien manche Themen in dem Bericht des Ministeriums jedoch eher unterrepräsentiert. Dies gelte etwa für den Wildverbiss. „Wer als Waldbesitzer keinen Zugriff aufs Jagdrecht hat, ist auf einem sehr schwierigen Terrain, wenn es darum geht, waldverträgliche Wilddichten anzustreben“, sagte Hasselbach. Die Verjüngung des Baumbestandes funktioniere nicht mehr auf natürlichem Wege. Auch der Landesvorsitzende der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ (SDW), Gregor Beyer, vermisst konkretes politisches Handeln. Der Waldschutz müsste dringend ausgebaut werden, Förster müssten eingestellt werden. „Was völlig offen bleibt, ist die Frage, was denn der Minister künftig anders machen will“, so Beyer.
 

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