Brandenburgs Bildungsminister : Baaske legt Amt nieder

Bildungsminister Günter Baaske (r.) erklärte gestern seinen Rücktritt aus dem Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke. Nachfolgerin wird die frühere Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD)
Bildungsminister Günter Baaske (r.) erklärte gestern seinen Rücktritt aus dem Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke. Nachfolgerin wird die frühere Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD)

Die Nachfolge des scheidenden Brandenburgischen Bildungsministers tritt Britta Ernst an

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26. September 2017, 20:45 Uhr

Nur wenige Stunden nach dem Bekanntwerden seiner Hochzeit mit der Geschäftsführerin der Brandenburgischen Arbeiterwohlfahrt, Anne Böttcher (39), hat Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (59) gestern seinen Rücktritt vom Ministeramt bekanntgegeben. Künftig wolle er sich mehr Zeit für seine Familie nehmen, kündigte der SPD-Politiker in Potsdam an.

„Die Entscheidung ist im Urlaub gefallen“, sagte Baaske. Die gemeinsame Tochter des Paares komme demnächst in die Schule. Für seine erwachsenen Kinder aus einer früheren Beziehung habe er stets zu wenig Zeit gehabt. „Für mich ist jetzt Familie auch mal wichtig“, sagte der scheidende Minister. „Die Erfahrung von den anderen drei Kindern ist, wenn sie erstmal 15 oder 16 Jahre alt sind, wollen sie von einem auch nicht mehr so viel wissen, dann haben sie andere Schwerpunkte.“

Der Lehrer für Mathematik und Physik war zunächst Sozialdezernent im Landkreis Potsdam-Mittelmark und nebenberuflich als Manager der Rockband „Keimzeit“ tätig. Aus dieser Zeit stammt sein Spitzname „Hugo“, der heute noch bei SPD-Parteitagen auf der Rednerliste eingeblendet wird. Von 2002 bis 2004 und dann von 2009 bis 2014 war er Sozialminister, in der Zeit dazwischen Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Zeitweise wurde er auch als Favorit für die Nachfolge von Matthias Platzeck als Ministerpräsident gehandelt – doch dieses Amt übernahm dann bekanntlich Dietmar Woidke.

Seit 2014 ist er Bildungsminister. In dieser Funktion gelang ihm eine relativ geräuschlose Neuausrichtung der Inklusionspolitik des Landes, dennoch war eine gewisse Amtsmüdigkeit in den letzten Jahren zu bemerken. Sein Amt als Landtagsabgeordneter wolle er indes weiter wahrnehmen. Zudem deutete SPD-Fraktionschef Mike Bischoff an, dass Baaske wichtige Fraktionsämter übernehmen könne. Ministerrpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte, Baaske habe „hervorragende Arbeit“ geleistet“: „Ich muss seine Gründe akzeptieren, das fällt mir nicht leicht.“

Seine Nachfolgerin jedenfalls steht bereits fest: Es wird Britta Ernst (56) sein. Von 1997 bis 2011 gehörte sie der Hamburgischen Bürgerschaft an. Zuletzt war sie von 2014 bis 2017 Ministerin für Schule und berufliche Bildung in der aus SPD, Grünen und SSW bestehenden „Küstenkoalition“ in Schleswig-Holsteins. Britta Ernst, die mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verheiratet ist, musste nach der Wahlniederlage der Nord-SPD ihr Amt räumen und wurde daraufhin von Baaske angesprochen, ob sie sich eine Tätigkeit in Brandenburg vorstellen könne. Vor Journalisten betonte sie, schon lange in der Bildungspolitik aktiv zu sein. „Für mich ist das eine ganz besonders tolle Herausforderung und eine schöne Aufgabe, als Mitglied einer Regierung einen Bereich zu gestalten, von dem sehr viel abhängt, die Bildung der Kinder, aber nicht zuletzt auch der Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagte Ernst. Daher habe sie sehr gerne zugesagt, als die Anfrage aus Brandenburg kam. „Mir ist sehr bewusst, dass jedes Bundesland anders ist, und die regionalen Gegebenheiten unterschiedlich sind.“ Daher wolle sie sich in den nächsten Monaten auch die Zeit nehmen, alles einmal kennenzulernen. Persönlich sei es ihr ein Anliegen, dass das Bildungssystem nicht von großen politischen Kontroversen geprägt werde. „Die Akzeptanz eines öffentlichen Bildungssystems ist ein hohes Gut.“ Die Vereidigung von Britta Ernst soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.

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