Luxuswagen zerlegt : Autodiebe verhaftet

Vollgepackt mit Motoren und anderen Autoteilen: Bei der Razzia, die Ende September stattfand, wurden allein 170 Automotoren verschiedener Marken sichergestellt. 
Vollgepackt mit Motoren und anderen Autoteilen: Bei der Razzia, die Ende September stattfand, wurden allein 170 Automotoren verschiedener Marken sichergestellt. 

Polnische und deutsche Ermittler zerschlagen auf Luxusautos spezialisierte Bande

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10. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Erneut ist durch die Kooperation deutscher und polnischer Ermittler ein spektakulärer Schlag gegen Autodiebe aus dem Nachbarland gelungen. „Bereits Ende September konnten Ermittler der Spezialeinheit CBSP fünf Männer festnehmen, die zu einer größeren Gruppierung gehören, der 180 Delikte vorgeworfen werden.“ Das teilte ein Polizeisprecher aus der an Brandenburg grenzenden Wojewodschaft Lebuser Land mit. Die Bande, von der neun Verdächtige in Untersuchungshaft sitzen, war auf Luxusautos von Audi, Mercedes, BMW und Volvo spezialisiert. Anzeigen gegen weitere 30 Personen laufen. Fast alle Tatverdächtigen kommen aus der Region um Zie-lona Góra. Die meisten gestohlenen Autos seien in Teile zerlegt worden, die in Polen und anderen Ländern auf dem schwarzen Markt verkauft wurden.

Außer Autodiebstählen kam es zu Einbrüchen, Betrug und Schutzgeld-Erpressungen. „Bei den Verhaftungen wurden Autoteile und noch nicht zerlegte Fahrzeuge im Wert von rund drei Millionen Zloty (rund 750 000 Euro) sichergestellt“, so der Sprecher weiter. Die Fahrzeugdiebstähle seien meist im Großraum Berlin, zum Teil in westpolnischen Städten und in Österreich erfolgt.

Auffällig ist der lange Zeitraum der Taten, die schon 2008 begonnen haben sollen. Erst im Juli 2018 wurde aber ein Vertrag mit dem Landeskriminalamt Berlin über gemeinsame Ermittlungen geschlossen. Denn trotz der Mitgliedschaft all dieser Länder in der Europäischen Union ist die Bildung gemeinsamer Ermittlungsgruppen noch immer durch rechtliche Grenzen stark erschwert. Der Erfolg erinnert sehr an die Verhaftung einer Bande  2014, die ebenfalls aus dem Raum Zielona Góra kam. Deren 21 Mitgliedern konnten 152 Autodiebstähle nachgewiesen werden.

Dieser Erfolg des ersten gemeinsamen Teams von brandenburger und polnischen Kriminalisten hatte ein langes juristisches Nachspiel. Erst nach dreijährigem Prozess und einjährigem Berufungsverfahren in Polen wurden die Haupttäter zu Jahresbeginn rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Aktuell droht in Brandenburg der Prozess gegen einen polnischen Tatverdächtigen zu platzen, der seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Ihm wird der Diebstahl von 22 Luxusautos vorgeworfen, die in den Libanon verschoben wurden.


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