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Viele Helfer bei der Hundesuche : Ausgebüxte Lilly ist wieder da

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ingeborg Steller suchte einen Monat lang ihre Hündin und erfuhr dabei eine bemerkenswerte Unterstützung

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Nach vier Wochen aufregender Suche hat Ingeborg Steller ihre in der Lehnitzstraße ausgebüxte Mischlingshündin Lilly wieder. Der kleine Hund war in Neubrandenburg wieder aufgetaucht. Dort hatte sich eigens die „Suchtruppe brauner Hund“ gegründet.

Nein, sie habe die Hoffnung niemals aufgegeben, sagt Ingeborg Steller. Tatsächlich grenzt es an ein Wunder dass die 77-Jährige ihre Hündin am Montag wieder in die Arme schließen konnte. Die Freude war grenzenlos. „Sie ist mir bis zur Nase gesprungen, hat geheult und geschrien und mich von unten bis oben schmutzig gemacht“, berichtet die Hundebesitzerin. Und während sie von der aufreibenden Suche erzählt, liegt Lilly an ihren Füßen und schläft. „Sie weicht jetzt nicht mehr von meiner Seite und hat sehr viel geschlafen.“

Die äußerst schreckhafte Hündin, die erst im vergangenen November aus dem Tierheim in die Oranienburger Augustastraße kam, hat ein Abenteuer epischen Ausmaßes hinter sich. Seit dem 21. Februar war Lilly verschwunden. Am 20. März kam sie wieder nach Hause.

Weil Lilly regelrecht verrückt wird, wenn sie allein gelassen wird, gibt Ingeborg Steller die Hündin in die Hände einer Dogsitterin, wenn sie etwas zu erledigen hat und der Hund nicht dabei sein kann. Doch vor vier Wochen entwischte Lilly ihrer Aufpasserin. Die sofort gestartete Suche blieb erfolglos. Ingeborg Stellers Tochter Christiane Podkowa startete eine Suche über Facebook, schaltete später eine Vermisstenanzeige im „Märker“. Doch die Hinweise blieben spärlich. So bald jedoch jemand glaubte, den kleinen Mischlingshund mit dem hellbraunen Kurzhaarfell gesichtet zu haben, setzte die Familie die Suche an Ort und Stelle fort, manchmal bis in die Nacht hinein. Einmal türmte die verängstigte Lilly, als sie ein Feuerwehrmann mit Handschuhen packen wollte. Sie soll in Sachsenhausen, Germendorf und Kremmen gesehen worden sein. „Ich habe dort dann überall Zettel aufgehängt“, sagt Ingeborg Steller.

Vor etwa zwei Wochen wurde Lilly dann im rund 100 Kilometer entfernten Neubrandenburg entdeckt, ohne dass irgendjemand wusste, dass es sich um die in Oranienburg gesuchte Hündin handelte. Denn Lilly ließ sich auch in Neubrandenburg nicht packen. Da halfen auch die Daten in ihrem Chip nicht. Weil der streunende Vierbeiner mehrfach gesehen wurde, gründeten Tierliebhaber die „Suchtruppe brauner Hund“. Eine eigene Facebook-Gruppe wuchs auf 392 Mitglieder. Unterstützer richteten Futterstellen ein, streuten Sand, um Pfotenspuren zu sichern und meldeten, wenn sie den Hund irgendwo gesehen hatten.

Der Kontakt nach Oranienburg entstand schließlich über den Verein „Entlaufene Hunde Berlin-Brandenburg“. Ingeborg Steller sah Fotos und war sich sicher, dass es sich bei dem humpelnden Hund um ihre Lilly handeln musste.

Ende vergangener Woche fuhr sie nach Neubrandenburg. Dort hatten Janina Walter-Lorenz, Katharina Beinio, Kerstin Drager, Apollonia Münchow und Steffi Kehle mit Unterstützung zweier Tierheime, von Ordnungsamt und Feuerwehr eine perfekte Suche organisiert. Doch Lilly tauchte nicht wieder auf. Zwischenzeitlich war sie erneut einer Frau entwischt.

Ingeborg Steller fuhr am Sonntag schließlich enttäuscht nach Hause und erhielt tags drauf einen überraschenden Anruf. Mit einer Lebendfalle war Lilly festgehalten worden. „Ich fuhr sofort wieder hin. Aber ich hatte bis zum Schluss Angst vor einer Enttäuschung – für mich und für die Helferinnen, die sich so aufgeopfert hatten“, sagt Ingeborg Steller. Sie wurde nicht enttäuscht. Lilly stand am Montag tatsächlich vor ihr.

Und dann flossen bei allen Beteiligten Tränen. Lilly hatte einen Zahn verloren, eine wunde Pfote und kleine Narben an der Schnauze. Vermutlich habe sich sich gebissen, stellte die Tierärztin fest. Doch ansonsten sah Lilly kerngesund und gepflegt aus. Sie hatten sogar etwas Gewicht zugelegt. „Sie ist bestimmt mit niemandem mitgegangen, weil sie so scheu ist, sagt Ingeborg Steller. Das ganze sei „wie ein Wunder“.

 

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