Probleme im Spreewald : Ausfälle bei Bio-Gurken

Bio-Schälgurken liegen auf dem Biohof Schöneiche GbR zwischen pilzbefallenen Blättern.
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Bio-Schälgurken liegen auf dem Biohof Schöneiche GbR zwischen pilzbefallenen Blättern.

Vertrocknete Blätter machen den Anbauern im Landkreis Dahme-Spreewald zu schaffen. Der Grund sie die Pilzkrankheit „Falscher Mehltau“.

svz.de von
12. August 2016, 04:45 Uhr

Die Gurkenernte im Spreewald neigt sich dem Ende zu und die Mehrheit der Anbauer ist mit der Ausbeute zufrieden – allerdings gibt es Ausnahmen. Nach Angaben des Spreewaldvereins, der die Betriebe vertritt, wird voraussichtlich das erwartete Ergebnis von gut 30 000 Tonnen erzielt. Vereinzelt gab es auf den Feldern aber Probleme. Ein Betrieb aus Steinreich (Dahme-Spreewald) etwa beklagt bei Bio-Schälgurken Ernteausfälle von 70 Prozent. Grund sei die Pilzkrankheit „Falscher Mehltau“.

Die EU stufte vor Jahren ein Mittel gegen die Krankheit, das im Ökolandbau angewendet werden durfte, als Pflanzenschutzmittel ein. Damit darf es nicht mehr auf den Feldern zum Einsatz kommen. Seither breite sich der Pilzbefall je nach Witterung aus, beklagt Mitinhaber Heinz-Peter Frehn vom Biohof Schöneiche. „In diesem Jahr ist es extrem.“ Laut Spreewaldverein handelt es sich um den einzigen Betrieb, der im Spreewald Bio-Gurken anbaut. Die Region ist bundesweit das zweitgrößte Anbaugebiet für Gurken, die eingelegt werden. Noch größere Flächen gibt es in Bayern.

Die Schälgurken sind viel größer als die klassischen Einlegegurken-Sorten und haben daher auch eine längere Wachstumszeit. Sie werden nach der Ernte zerkleinert und zum Beispiel als Senfgurken eingelegt.

Normalerweise bringt der Bio-Betrieb die Schälgurken nach eigenen Angaben erst im September ein. Dieses Jahr aber sei es anders: „Wenn wir jetzt nicht ernten, werden die Gurken faul, weil keine Blätter mehr da sind, die die Früchte vor der Sonne schützen können“, erklärt Frehn. Auf den Feldern sieht man den Pilzbefall; viele Blätter sind vertrocknet.

Die meisten Anbauer werden hingegen ihre Verträge mit den Einlegebetrieben erfüllen können. Zunächst hatte es gar nicht gut angefangen, denn im April gab es Nachtfrost und die Betriebe pflanzten deshalb zum Teil später. Wegen des Frostes mussten einige Pflanzen auch ersetzt werden, wie etwa die Agrargenossenschaft Unterspreewald in Märkische Heide (Dahme-Spreewald) berichtet. Die Ernte sei dann gut verlaufen. Der Betrieb habe jetzt schon mehr als 80 Prozent der Verträge erfüllt.

Seit 1999 ist die Bezeichnung Spreewald-Gurke von der EU geschützt. Das bedeutet, dass nur Gurken aus dieser Region so genannt werden dürfen. Die Spreewald-Gurke ist im Vergleich zu anderen Einlegeprodukten teilweise teurer. Die Produzenten setzen indes darauf, dass das Alleinstellungsmerkmal des Klassikers am Markt Bestand hat.

Die Nachfrage des Handels ging jedoch offensichtlich schon zurück – nicht ohne Folgen: Die Anbaufläche verringerte sich laut Spreewaldverein allein in diesem Jahr um rund 60 auf etwa 440 Hektar. Die Organisation vertritt elf Betriebe im Spreewald.

An diesem Wochenende wird die eingelegte Gurke wieder groß in der Region gefeiert: auf dem 18. Spreewälder Gurkentag. Unter anderem wird in Golßen (Dahme-Spreewald) traditionell ein Gurkenkönigspaar gekrönt.

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