Polen/Deutschland : Aus für Küstriner Woodstock?

Das Musikfestival «Haltestelle Woodstock» in der polnischen Stadt Kostrzyn (Küstrin).
Das Musikfestival «Haltestelle Woodstock» in der polnischen Stadt Kostrzyn (Küstrin).

Zukunft der größten kostenfreien Open-Air-Veranstaltung in Europa ist offen. Grund ist politischer Druck.

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28. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Es ist das größte kostenfreie Open-Air-Festival in ganz Europa und seit 1995 eine polnisch-deutsche Institution. Doch die Zukunft des Rockevents „Haltestelle Woodstock“ steht infrage. Grund dafür ist laut Veranstaltern der politische Druck auf sie. Der Rekord von 2014, als 750000 junge Leute nach Küstrin geströmt waren, wurde in diesem August zwar nicht ganz erreicht. Doch auf mehr als eine halbe Million schätzten die Veranstalter die Besucherzahl erneut. Geschätzt werden muss deshalb, weil die Gäste keinen Eintritt zahlen müssen. Doch ob das grenzüberschreitende Ereignis auch 2018 stattfinden wird, wenn es eigentlich seine 25. Auflage erleben würde, ist derzeit völlig unklar. In den vergangenen zwei Jahren habe es immer mehr Verdächtigungen sowie organisatorische und Sicherheitsauflagen gegeben, so der Kostrzyner Bürgermeister Andrzej Kunt. Schon in diesem Jahr hatte das Ereignis am seidenen Faden gehangen, nachdem Polens Innenminister Mariusz Blaszczak von einer Veranstaltung mit Terrorgefahr sprach und dies mit den im benachbarten Brandenburg lebenden Flüchtlingen begründet hatte. Beobachter vermuten, der national-konservativen Regierung Polen sei das Festival aufgrund seines nichtreligiösen Charakters ein Dorn im Auge.

 

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