Elektrofahrzeuge : Auftanken beim Bäcker

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Ladestationen für Elektroautos sind rar in Brandenburg /Fahrzeugbesitzer helfen sich gegenseitig

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08. Februar 2014, 00:36 Uhr

Elektrofahrzeuge finden langsam aus ihrer Nische. In Brandenburg waren laut Kraftfahrtbundesamt rund 100 Fahrzeuge registriert. Das Land hat millionenschwere Förderprogramme aufgelegt. Doch aufzutanken, ist für die Nutzer der Öko-Fahrzeuge im Flächenland nicht so einfach.

Auf dem Weg in den Urlaub findet Hans Kurzweg irgendwo immer eine Steckdose. Der Versicherungsmakler aus Trebbin (Teltow-Fläming) ist glühender Fan von Elektroautos. Zusammen mit anderen Nutzern aus Brandenburg und Berlin hat er die Interessengemeinschaft Elektromobilität gegründet. Man hilft sich gegenseitig beim Auftanken. Doch eine öffentliche Strom-Zapfsäule zu finden, ist nach seinen Erfahrungen ein großes Abenteuer. „Man muss die Route genau planen, eine Puzzlearbeit“, berichtet er. Meist würden Restaurants, Hotels oder Werkstätten neue Power für die Batterie anbieten, oft auch kostenlos als Service. Kommunen hingegen hätten kaum ein Interesse.

Ärgerlich ist für die Freunde der Öko-Autos, dass kürzlich eine Stromtankstelle in Oranienburg (Oberhavel) von der Stadtverwaltung abgebaut wurde. Zumal die Anlage erst im Juni unweit des Schlosses eröffnet wurde. Die Stadtverwaltung erklärt, das Angebot sei zeitlich befristet gewesen. Eine Alternative sei geplant. Affeldt, der in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) wohnt und selbst eine Ladestation privat betreibt, beklagt ebenfalls mangelndes Interesse in Brandenburg, sich am Aufbau der Infrastruktur zu beteiligen. Durch Initiative des Vereins seien zumindest einige Standorte hinzugekommen. „Doch im Norden und Osten des Landes gibt es riesige weiße Flecken.“ Maximal 20 öffentliche, jederzeit zugängliche Tankstellen gibt es in Brandenburg, sagt Affeldt. Hinzu kommen private Angebote.

Bislang haben nur wenige Kommunen oder Unternehmen die Elektromobilität für sich entdeckt. Seit Oktober etwa gibt es eine Stromtankstelle in Oberkrämer (Oberhavel), eine restaurierte Zapfsäule aus den 60er-Jahren, die vor einem Café steht. „Wir wollten ein Zeichen setzen“, sagt Jens Wittig, Mitarbeiter der Bäckerei Plentz. Bislang ist die Nachfrage zwar noch überschaubar, aber es kommen hin und wieder Ausflügler auf dem Weg ins Storchendorf Linum vorbei, berichtet er. Sie zahlen 25 Cent pro Kilowattstunde, zudem hofft der Betreiber, dass sie im Café einen Kuchen ordern.

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