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Weiter tiefe Spuren von Xavier : Aufräumen braucht noch Zeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die vom Sturm „Xavier“ umgeknickten Bäume bescheren weiter viel Arbeit – Bis überall wieder Normalität herrscht, wird es dauern.

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Auswirkungen des schweren Sturmtiefs „Xavier“ hielten die Aufräumkräfte im Land Brandenburg auch gestern weiter auf Trab: Vor allem bei der Bahn, in Parks und an Straßen mussten noch zahlreiche Schäden beseitigt werden. Am vergangenen Donnerstag hatte der Sturm „Xavier“ Bäume wie Streichhölzer umknicken lassen. Zweige waren herumgeflogen, dicke Äste abgebrochen.

Die Landesstraßen sind im wesentlichen frei, auch wenn die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen seien, sagte Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums, auf Anfrage. Voraussichtlich heute ist der Abschnitt auf der Landesstraße L22 zwischen Schönermark und Altlüdersdorf (Oberhavel) wieder befahrbar.

Nach einer ersten Bilanz waren in Südbrandenburg 800 bis 1000 Bäume umgestürzt, im Westen des Landes 600 und im Osten etwa 650.

Vier Tage nach dem Sturm ist seit Wochenbeginn die direkte Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin zumindest einseitig wieder frei. Um kurz nach 5 Uhr sei der erste Zug in Hamburg-Altona abgefahren, sagte ein Bahn-Sprecher gestern. In der Gegenrichtung von Berlin nach Hamburg leitet die Bahn dagegen weiter über Stendal und Uelzen um. Bis die Strecke wieder in beide Richtungen frei sei, könne es noch dauern, erläuterte der Sprecher.

Insgesamt seien rund 1000 Kilometer der Bahninfrastruktur beschädigt worden, hieß es.

Auf einem drei Kilometer langen Schienenabschnitt zwischen Schönwalde und Hennigsdorf (Oberhavel) waren beispielsweise nach dem Durchzug des Sturms 40 Pappeln auf die Schienen und Gleise gefallen. Dadurch wurden nach Angaben eines Bahnsprechers 20 Ausleger und Oberleitungsmasten beschädigt und zwei der etwa sechs Meter hohen Masten sogar durch fallende Bäume umgebrochen.

Mit einem Baufahrzeug fahren die Bahnmitarbeiter Meter für Meter der Strecke ab. Sie nehmen Stämme von den Gleisen auf, zersägen sie und deponieren sie zunächst an den Bahndämmen. Dann müssten die Oberleitungsmasten repariert werden.

Wann die Strecke wieder frei ist, sei noch unklar, hieß es. „Schäden in dieser Intensität am Bahnstreckennetz sind eine große Herausforderung“, sagte der Sprecher. Betroffen sind nach den Angaben weiterhin die Strecke Cottbus-Berlin in beide Richtungen. Allein zwischen den Bahnhöfen Grünau und Königs Wusterhausen waren sieben Masten umgebrochen.

Auch in den Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg werden die Arbeiten noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Erst nach und nach könnten einige Anlagen wieder für Spaziergänger geöffnet werden, sagte Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung.

Mindestens bis morgen bleibe noch der Neue Garten in Potsdam gesperrt, wo mindestens 80 Bäume umstürzten.

Auch die Gärten von Paretz, Caputh und Saccrow seien nicht zugänglich, die Schlösser könnten jedoch besichtigt werden. Im Rheinsberger Schlosspark sind nach den Angaben noch einige Wege gesperrt. Dort waren während des Sturms acht Bäume umgestürzt und die Mauer am Seepavillon umgefallen.

 

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