Schlösser renoviert : Aufholjagd nach Sanierungsstau

Das Schloss Branitz im Fürst-Pückler-Park bei Cottbus strahlt schon. Andere Häuser warten noch auf die Frischekur.
Das Schloss Branitz im Fürst-Pückler-Park bei Cottbus strahlt schon. Andere Häuser warten noch auf die Frischekur.

Über 30 Museumsschlösser mit 750 Hektar Parkanlagen: Preußens Könige haben in Berlin-Brandenburg ein großes Erbe hinterlassen

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28. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Ehrwürdige Gebäude, in denen Preußen-Könige und ihre Familien residierten, dazu herrausragende Kunstschätze, die im Laufe der Jahrhunderte zusammengetragen wurden, und dann noch gartenarchitektonische Kleinode: Diese Schätze sollen bewahrt werden.„Wir hoffen, den Sanierungsstau signifikant abbauen zu können“, sagte Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Deutschen Presse-Agentur. 400 Millionen Euro stehen über das Sonderinvestitionsprogramm II von 2018 bis 2030 der Stiftung zur Verfügung - bereitgestellt vom Bund und den beiden Ländern Berlin und Brandenburg. Seit dem Ende der Monarchie vor 100 Jahren, dem Ende des Zweiten Weltkrieges und in der DDR-Zeit sei zu wenig oder oft nur das Nötigste getan worden, betonte Dorgerloh. „Da gibt es immer noch unglaublich viele Aufgaben.“

„Für mich ist wichtig, einen Zustand zu erreichen, den die Restauratoren als ,weiterbehandlungsfähig‘ bezeichnen“, betonte er. Vor dem ersten Investitionsprogramm habe der Bedarf in den Einrichtungen der Stiftung bei rund 600 Millionen Euro gelegen. Bis Ende 2017 konnten Leistungen für 175 Millionen Euro erledigt werden. Nach Angaben von Dorgerloh müssen bis 2030 die „Sorgenkinder“ behandelt und „erstversorgt“ sein. Dächer sollten dann dicht sein und Technik in den Häusern erneuert. Dann könnten Stück für Stück die Innenräume saniert werden. „Wenn die Pflicht erledigt ist, kommt die Kür“, sagte er. Die zur Verfügung stehende Summe aus dem Sonderinvestitionsprogramm sei schon gut verplant, sagte der Generaldirektor. „Wir beginnen mit dem Schloss auf der Pfaueninsel, einem ziemlich maroden Bau, an dem seit dem Zweiten Weltkrieg nichts mehr gemacht wurde.“ Dafür stünden 4,2 Millionen Euro bereit. Weiter gingen auch die Arbeiten am Orangerieschloss, an den Römischen Bädern und der Meierei.„Doch die schwierigste Aufgabe steht uns dann bevor: Wie wird auf Dauer der Erhalt der Schlösser und Gärten gesichert?“ Eher gebe es Geld für Sanierungen, wo sichtbar etwas passiere, als den laufenden Unterhalt zu finanzieren.„Es wird für die Stiftung deshalb immer wichtiger, eigene Einnahmen zu erzielen, nicht zuletzt auch durch die Vermietung von Gebäuden“, sagte Dorgerloh. Das sei auch eine Form von Denkmalpflege.

In den kommenden Jahren soll das Besucherzentrum an der Historischen Mühle in Potsdam nach den Angaben attraktiver für Besucher werden. Geplant sind mehr Flächen für Gastronomie und den Verkauf von Souvenirs. Architekt des Neubaus ist Peter Kulka, der in Potsdam bereits das Stadtschloss wieder erstehen ließ.

Eine Absage erteilte Dorgerloh Ideen, über höhere Preise für Eintrittskarten mehr Geld in die Kasse der Stiftung zu bringen. „Wir wollen keine exklusiven Orte, deren Besuch man sich nicht leisten kann.“ Bislang liegen die Preise beispielsweise für die Schlösser Sanssouci, Rheinsberg oder Oranienburg im internationalen Mittelfeld.

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