zur Navigation springen

Festung Küstrin : Auf den Spuren von Katte und dem Alten Fritz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die 1945 zerstörte Festung Küstrin wird von dem heute polnischen Ort Schritt für Schritt saniert

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2016 | 13:40 Uhr

Über 400 Jahre lang war sie das Zentrum der Brandenburger Neumark östlich der Oder. 1730 erlebte Friedrich II. hier als Kronprinz, wie sein Jugendfreund Hans Herrmann von Katte vor seinen Augen geköpft wurde. Und im Winter 1945 wurde sie im Kriegsinferno bis auf ihre Grundmauern ausgelöscht. Die Rede ist von der Festung Küstrin, die wie kaum ein anderer Ort Aufstieg und Untergang Preußens in der europäischen Geschichte symbolisiert.

Vom Schloss, das Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin (1513 – 1571) errichten ließ, der Pfarrkirche, den Bürgerhäusern und der Straßenbahn, die den Charakter der Altstadt an der Oder ausmachten, waren nach dem Krieg nur alte Postkarten und Erinnerungen geblieben. „Kostrzyn war die am meisten zerstörte Stadt im heutigen Polen“, sagt Andrzej Kunt. Er ist der Bürgermeister der Kommune, die seit 1945 zum Nachbarland gehört. Lange seien die neuen polnischen Bewohner froh darüber gewesen, dass buchstäblich Gras und Sträucher über die deutsche Vergangenheit gewachsen waren.

„Selbst als wir in den 1990er Jahren begannen, die Grundmauern der alten Bauten freizulegen, war es vielen Bürgern nur schwer zu vermitteln, weshalb wir dafür Geld ausgaben und nicht etwa für die Neustadt“, so Kunt. Inzwischen sind Millionen Zloty und EU-Euro in die Sanierung der Festung geflossen. Am einstigen Kattewall, kann man wie vor 1945 flanieren und seinen Blick über die Oder schweifen lassen.

In den Kasematten der Bastion Philipp, die zum großen Teil aus dem 16. Jahrhundert stammen, befindet sich das Museum der Stadt und der Festung Küstrin. Hier kann man ein vollständiges Modell der Altstadt betrachten, werden Fotos vom einstigen Marktgeschehen und viele Erinnerungen an die Militärgeschichte gezeigt. „Wir werden dieses einzigartige Zeugnis auch weiter schrittweise instand setzen“, versicherte Bürgermeister Kunt, als er kürzlich Brandenburgs Europaminister Stefan Ludwig (Linke) begrüßen konnte.

Das größte derzeitige Vorhaben besteht darin, in der Bastion König, die Besucher der Stadt beim Überqueren der Oder als erstes sehen, eine Ausstellung über die europäische Festungsgeschichte der Neuzeit zu errichten. Schon jetzt werden historische Führungen durch die Altstadt angeboten. Auch eine Anlegestelle für Schiffe auf der Oder wird gerade unterhalb der Festung gebaut.

 


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen