zur Navigation springen

IT-Vernetzung : Auf dem Weg zur intelligenten Stadt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verkehr, Energie, Wohnen – Cottbus will durch IT-Systeme das Leben seiner Einwohner effizienter machen.

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Ampeln nicht einfach nach Schema F, sondern auf den aktuellen Verkehr abgestimmt steuern, um Abgase zu verringern. Und immer wissen, wo eine allergieauslösende Pflanze gerade besonders wuchert. Brandenburgs zweitgrößter Stadt Cottbus schwebt ein optimiertes Leben vor.

IT-Systeme sollen Daten so effizient bereitstellen, dass der Alltag für die Bürger attraktiver wird und zugleich hier und da Kosten sinken. Noch ist ein solches Konzept einer Smart City, das es bereits in anderen deutschen Städten gibt, für Cottbus eine Idee auf dem Papier. Die Cottbuser Firma IBAR Systemtechnik umriss gestern bei einer Präsentation grob, wie ein solches Konzept in der gut 100 000 Einwohner großen Stadt einmal aussehen könnte. Als Beteiligte kämen etwa Bereiche wie Energie, Wohnungsbau, Verkehr oder E-Learning infrage. Die Idee verfolgt die Firma für Automatisierungs- und Versorgungstechnik unter anderem in Zusammenarbeit mit der Kommune.

Das Unternehmen geht davon aus, dass von einem solchen Konzept auch andere Teile der Lausitz profitieren könnten, die wegen der schwindenden Bedeutung der Braunkohle einen Strukturwandel bewältigen muss. Unterm Strich gehe es auch darum, neue Firmen anzusiedeln.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigt sich bei seinem Besuch zu Wochenbeginn in Cottbus von dem Konzept angetan. „Die weitere Strukturentwicklung in der Lausitz kann nur gelingen, wenn die lokalen Akteure zusammen an neuen Ideen arbeiten. Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung können gemeinsam eine Menge bewegen.“ Die Landesregierung begrüße solche Initiativen.

Das Konzept der Smart City ist nicht neu, viele andere Städte in Deutschland verfolgen bereits diese Idee. Im Kern geht es darum, das Leben in Kommunen mit Datenvernetzung fortschrittlicher zu machen. In Berlin ist das Konzept schon weiter ausgereift als in Cottbus. Der Senat beschloss im Jahr 2015 eine entsprechende Strategie. Voraussichtlich in diesem Herbst soll es auf Staatssekretärebene einen Strategie-Dialog darüber geben, wie die Umsetzungsprojekte politisch flankiert werden könnten. In dem Netzwerk aus Firmen und Institutionen entstand nach Angaben der Senatswirtschaftsverwaltung zum Beispiel die Idee einer Fahrradstrecke unterhalb einer oberirdischen U-Bahnlinie.

Ähnlich gelagerte Konzepte wie Smart City verfolgen in Brandenburg nach Angaben des Wirtschaftsministeriums auch deutlich kleinere Kommunen als Cottbus. Darunter seien Initiativen im Landkreis Havelland, in Königs Wusterhausen und Wildau (Dahme-Spreewald), Trebbin (Teltow-Fläming) oder auch Forst (Spree-Neiße).

Ob das Smart-City-Projekt in Cottbus einmal in die Tat umgesetzt wird, hängt nach Angaben der Stadt vor allem davon ab, ob das Land oder der Bund Fördergeld beisteuern. Noch in diesem Jahr wolle man dafür Anträge stellen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen