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Autonomes Fahren statt DTM : Auf dem Lausitzring: Tests statt Rennen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der neue Besitzer Dekra will die Strecke zu einem Versuchszentrum umbauen

Die Zukunft des Motorsports auf dem Lausitzring ist völlig ungewiss geworden - denn künftig haben dort Fahrzeug-Tests Vorfahrt. Dekra hat die Anlage Eurospeedway Lausitz in Südbrandenburg gekauft und will sie zum Testzentrum für automatisiertes Fahren umbauen, wie die Prüfgesellschaft gestern in Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) mitteilte. Sie betreibt als direkter Nachbar bereits ein Testcenter, in dem es unter anderem um Typ-Prüfungen bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge und Bauteile geht.

Die Dekra veranstalte keine Motorsportrennen auf dem Lausitzring, sei aber offen, wenn Dritte das Gelände für Großveranstaltungen nutzen wollten, hieß es bei der Vorstellung der Pläne. Dekra stehe zum Motorsport. Vorstandsmitglied Clemens Klinke betonte, dass solche Veranstaltungen aber in das Test-Konzept passen müssten und es nicht zu Konflikten kommen dürfe.

Auf dem rund 500 Hektar großen Gelände sollen mit zweistelligen Millioneninvestitionen Gebäude und Testanlagen für das Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren entstehen. Klinke sprach vom Bau von Geisterstädten. So soll getestet werden, wie automatisierte Fahrzeuge auf Ampelanlagen und Fußgänger reagieren. Was mit den Zuschauertribünen passiert, ist unklar.

Die Übernahme des Lausitzrings ist zum 1. November 2017 geplant, um den Veranstaltungskalender nicht zu beeinträchtigen.

Der Lausitzring eröffnete im Jahr 2000 - in das Renn- und Teststreckengebiet waren mehr als 120 Millionen Euro Brandenburger Fördermittel geflossen. Insgesamt kostete das Prestigeprojekt rund 160 Millionen Euro. Es entstand auf einem ehemaligen Tagebaugebiet.

Zuletzt deutete sich ein großer Sanierungsstau auf der inzwischen 17 Jahre alten Rennstrecke an. Der bisherige Besitzer, Eurospeedway Lausitz Verwaltungs GmbH, hatte nach eigenen Angaben auch deshalb dem Verkauf zugestimmt. Zudem gebe es ein Defizit bei Großveranstaltungen, auch weil das Wetter oftmals nicht mitgespielt habe. Die nötigen Reparaturkosten am Lausitzring hätten den Angaben zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Entsprechende Rücklagen fehlten demnach.  

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erstellt am 17.Jul.2017 | 21:00 Uhr

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