ASB erfüllt Wünsche Sterbenskranker : Auf Abschiedsfahrt

Eine 36-jährige schwerkranke Frau,sitzt mit ihrer Schwester am Wasser. Die Familie wollte noch einmal den Ort gemeinsamer unbeschwerter Urlaubstage besuchen.
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Eine 36-jährige schwerkranke Frau,sitzt mit ihrer Schwester am Wasser. Die Familie wollte noch einmal den Ort gemeinsamer unbeschwerter Urlaubstage besuchen.

Arbeiter-Samariter-Bund ermöglicht todkranken Menschen in Brandenburg eine letzte Reise

svz.de von
15. November 2016, 05:00 Uhr

Das Wetter an jenem Septembertag ist wie gemalt. In Rerik lockt das türkis-blaue Meer. Rosemarie T. genießt es, im Sand zu liegen, sie genießt die innigen Umarmungen ihrer Lieben. Viel Zeit bleibt der 77-Jährigen nicht mehr, um die schönen Dinge dieser Welt zu erleben. Schon auf der Fahrt von Potsdam bis an die mecklenburgische Ostseeküste sollte alles wie früher sein. Das Picknick auf halber Strecke. Der Imbiss an der Strandbude, Currywurst mit Pommes. „Es herrschte eine unglaubliche Euphorie“, sagt Marco Roscher, der die Familie begleitet hat. „Niemand weinte.“ Der 38-Jährige versucht, letzte Wünsche für sterbenskranke Menschen zu erfüllen. Seit August koordiniert er ein entsprechendes Projekt beim Arbeiter-Samariter-Bund Brandenburg. „Es ist eine unglaublich emotionale, dankbare Aufgabe“, sagt er. Bislang führten die Fahrten in einem umgebauten Krankenwagen in den Norden. Es ging nach Thiessow auf Rügen, wo eine Frau aus Panketal (Barnim) noch einmal Seeluft tanken wollte. Ein Hotelier aus Berlin hatte eine Übernachtung gesponsert. An der Müritz wollten die Eltern mit ihrer Tochter, die sich seit 17 Jahren nach einem Unfall im Wachkoma befindet, den Ort gemeinsamer Urlaubstage besuchen.

Der „Wünschewagen“ wurde für alle Eventualitäten ausgerüstet. Medizinische Geräte sind an Bord, um eine Notfallversorgung abzusichern. Zudem können unheilbar kranke Menschen liegend transportiert werden. „Oft reichen die Kräfte gar nicht mehr, um mehrere Stunden zu sitzen“, sagt Roscher. Alles wird mit Angehörigen und Ärzten akribisch geplant. Der Projektkoordinator wurde wie seine ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult, um die seelische Last dieser Aufgabe schultern zu können. Er erhofft sich von der Initiative auch mehr Engagement in der Palliativversorgung. Der Arbeiter-Samariter-Bund sucht in Brandenburg weiterhin Mitstreiter für den „Wünschewagen“.

 
Mehr Infos: www.asb-lv-bbg.de/de/wuenschewagen

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