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Gesellschaft : Armut: Jeder fünfte Prignitzer bedroht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

das größte Risiko für ein leben in Armut tragen Alleinerziehende.

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Mehr als jeder achte Brandenburger lebt an der Schwelle zur Armut. Das ist viel, aber weniger als vor zwei Jahren. Die Quote der armutsgefährdeten Bevölkerung sank von 2012 bis 2014 um 1,2 Punkte auf 13,4 Prozent, teilt das Landesamt für Statistik mit. Das größte Risiko tragen schlecht Qualifizierte, Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende.

Altersarmut steigt – anders als befürchtet – in Brandenburg kaum an. Nach den neuesten Daten sind 8,2 Prozent der Brandenburger über 65 Jahren von Armut bedroht, in den vergangenen 15 Jahren blieb die Quote nahezu stabil. Zum Vergleich: 17,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben mit der Gefahr, in die Armut abzurutschen.

Bildung schützt offenbar vor Armut. Nur 5,4 Prozent der Brandenburger mit Hochschulabschluss leben an der Einkommensschwelle, dagegen fast 44 Prozent der Menschen, die nur einen Haupt- oder Realschulabschluss, aber keinen Berufsabschluss haben.

Langzeitarbeitslose sind in Brandenburg deutlich stärker von Armut bedroht als im Nachbarland Berlin. Zwei von drei Langzeitarbeitslosen leben an der Schwelle zur Armut.

Kinder machen arm, sagt Ricarda Nauenburg vom Statistischen Landesamt. In Brandenburg sind vor allem Alleinerziehende häufig betroffen: Fast 40 Prozent gelten als armutsgefährdet. Familien mit mehr als drei Kindern geht es in Brandenburg dagegen besser.Sorgenkind unter den Landkreisen und kreisfreien Städten bleibt Frankfurt (Oder). Hier sind 23,3 Prozent der Einwohner von Armut bedroht. Deutlich verschlechtert hat sich die Situation auch im Spree-Neiße-Kreis, auch in der Prignitz lebt mehr als jeder Fünfte an der Einkommensschwelle. Musterschüler ist das Havelland. Hier leben nur 6,8 Prozent der Menschen von Armut bedroht, 2007 waren es noch 16 Prozent.

Die Armutsschwelle liegt niedriger als im Bundesschnitt. Im Bund gilt man als armutsgefährdet, wenn man weniger als 917 Euro verdient, in Brandenburg schon bei einem Einkommen von 848 Euro. Grund ist der geringere Verdienst.

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