Lebenssituation : Armut droht jedem achten Brandenburger

Die Geschichte der Rente ist eine Geschichte von Lug und Betrug durch die Politik, schreibt unser Leser.
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Besonders trifft es Alleinerziehende sowie Familien mit vielen Kindern

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29. Februar 2020, 05:00 Uhr

Rund jeder sechste Mensch in Berlin ist im Jahr 2018 von Armut bedroht gewesen, in Brandenburg etwa jeder achte. Sie verdienten weniger als 60 Prozent des mittleren Pro-Kopf-Einkommens, was in Brandenburg weniger als 986 Euro entsprach. In Brandenburg lag die Quote 2018 bei 13,1 Prozent und damit auf Vorjahresniveau, geht aus dem aktuellen Sozialbericht hervor, den das Amt für Statistik Berlin Brandenburg am Freitag vorlegte. 16,5 Prozent der Hauptstadt-Bevölkerung war 2018 von Armut bedroht. Das waren 0,9 Prozentpunkte weniger als im Jahr davor. Seit 2014 war die Quote bis dahin jedes Jahr leicht gestiegen. In Berlin gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 1004 Euro verdient.

Besonders betroffen sind weiter Alleinerziehende. Ihre lage habe sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert, betonte der Sprecher der Landesarmutskonferenz Brandenburg, Andreas Kaczynski. Kinder aus diesen Familien lebten weiter mit einem überproportional hohen Armutsrisiko. In Berlin waren fast 32 Prozent der Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind von Armut bedroht, in Brandenburg lag der Anteil sogar bei mehr als 40 Prozent. „Ein merklicher Abstand besteht zwischen Haushalten mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern (22,6 Prozent) und Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem Kind (7,3 Prozent) oder zwei Kindern (8,5 Prozent)“, heißt es im Sozialbericht mit Blick auf Brandenburg.

In Berlin wiederum war fast jeder dritte Haushalt mit drei oder mehr Kindern betroffen (28,3 Prozent). „Dagegen weisen Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem Kind (10,4 Prozent) oder mit zwei Kindern (14,5 Prozent) ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko auf“, hieß es.

Überdurchschnittlich von Armut bedroht sind in beiden Ländern junge Menschen unter 18 Jahre und Einpersonenhaushalte ohne Kinder, in denen die Bewohner jünger als 65 Jahre alt sind. Ab diesem Alter verringert sich das Armutsrisiko deutlich. In Berlin waren 17,3 Prozent der Einpersonenhaushalte mit Bewohnern über 65 von Armut bedroht, in Brandenburg 17,1.

Große Unterschiede in Berlin gab es auf regionaler Ebene. So lag die Gefährdungsquote in Neukölln mit 27,4 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. In Pankow waren lediglich 6,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht, so wenig wie in keinem anderen Stadtteil.

Als Datenquelle für die Berechnungen auf regionaler Ebene nutzen Statistiker den Mikrozensus.

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