Konferenz in Wittenberge : A14-Bau: Kritik von Firmen

Prignitzer Wirtschaftsvertreter beklagen bei Konferenz in Wittenberge fehlende Autobahnanbindung

svz.de von
12. April 2017, 06:25 Uhr

Unternehmen aus der Elbestadt sind unzufrieden mit dem Stand des Ausbaus der A14. Das machten mehrere Firmenvertreter gestern bei der Logistikkonferenz „Wittenberge: Vier Länder – Ein Standort!“ deutlich, zu der etwa 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft in die Alte Ölmühle kamen.

Sie hörten Vorträge und Diskussionen, darunter zur Umsetzung des Gesamtkonzepts Elbe oder auch zur Straßeninfrastruktur. Die ist gerade mit Blick auf das Großprojekt A14 für Unternehmer nicht befriedigend. „Wir haben uns den Standort 2012 ausgesucht, weil es mit der A14 eine schnelle Verbindung in viele Regionen geben sollte“, sagte Lars Peter, Standortleiter des österreichischen Dämmstoffherstellers Austrotherm, der im Gewerbegebiet Nord produziert. „Zeitnah“ sollte die Autobahn kommen. Christian Winkelmann, Geschäftsführer der Schacht GmbH Hoch- und Niederspannung in Wittenberge, muss sich immer wieder von Kunden fragen lassen: „Wie erreiche ich euch?“ Er kritisierte: „Alle reden über den Wirtschaftsstandort und dann passiert bei der Planungsbehörde des Landes nichts“, adressierte er kritische Worte an die Verantwortlichen beim Land, die mit ihrem Büro, der Deges, für die Planung und den Bau in der Prignitz zuständig sind. Der Autobahnanschluss sei für ihn ein wichtiger Punkt gewesen, in das Gewerbegebiet zu ziehen.

Doch in der Prignitz ist erst ein 11,3 Kilometer langer Abschnitt der A14 von Karstädt nach Groß Warnow frei. Bis Jahresende soll nach Angaben des Schweriner Verkehrsministeriums ein weiteres, zwölf Kilometer langes Stück von Grabow bis zur Anschlussstelle Groß Warnow folgen. Insgesamt soll die Verkehrsverbindung durch drei Länder auf 156 Kilometern gebaut werden. In der Prignitz beträgt die Gesamtlänge der Trasse rund 32 Kilometer.

Auch für Transportunternehmer Detlef Benecke ist die Situation unbefriedigend. „Wir müssen viele Umwege fahren.“ Dazu gelte auf Umgehungsstraßen für Lastwagen meist Tempo 60. Ampeln verzögerten ebenfalls die Fahrtzeiten. „Das alles rechnet sich nicht.“ Mit der fertigen A14 würden seine 40-Tonner etwa 30 bis 45 Minuten bis nach Hamburg und eine Stunde nach Magdeburg sparen – aber bislang nur theoretisch. Auch auf dem Wasser könnte es besser gehen. Die Elbe ist eine Bundeswasserstraße, sie ist jedoch unterschiedlich gut ausgebaut. „Der 13 Kilometer lange Abschnitt zwischen Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern und Hitzacker in Niedersachsen ist ein Problem“, sagte Stefan Kunze vom Verein Hafen Hamburg Marketing, der die Konferenz gemeinsam mit der Stadt Wittenberge, der Wirtschaftsförderung Brandenburg und dem Logistiknetz Brandenburg organisierte. Dort sei der Ausbau der Elbe nicht so weit vorangeschritten wie anderswo. „Nun soll es weitere Untersuchungen geben, wie das möglichst schnell geändert werden kann“, so Kunze, der nicht an eine durchgehend gleich gute Schiffbarkeit der Elbe vor dem Jahr 2025 glaubt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen