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Tradition : Zweisprachig selbst im Landtag

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Aus der Redaktion des Prignitzers

„Krajny sejm Bramborska“ steht auf der Steintafel am Fortunaportal des Potsdamer Landtags. Seit gestern ist das neue Stadtschloss zweisprachig beschildert – in deutsch und niedersorbisch.

„Krajny sejm Bramborska“ steht auf der Steintafel am Fortunaportal des Potsdamer Landtags. Seit gestern ist das neue Stadtschloss zweisprachig beschildert – in deutsch und niedersorbisch. Zuvor hatte das Landesparlament mit den Stimmen der rot-roten Koalition und bei Enthaltung aller drei Oppositionsfraktionen das neue Sorben- und Wendengesetz in zweiter Lesung beschlossen. Ursprünglich war der Entwurf von neun Abgeordneten aller Fraktionen in den Landtag eingebracht worden, die Vertreter der CDU hatten jedoch später ihre Unterschrift zurückgezogen.

In der Debatte hatte der Landtagsabgeordnete Werner-Siegwart Schippel zuvor heftige Kritik an der Weigerung mancher Lausitzer Kommunen geäußert, sich ins sorbische Siedlungsgebiet aufnehmen zu lassen. „Die Stadt Lübben sollte sich schämen, den Zusatz Spreewaldstadt zu führen“, so Schippel. Die Trachten der Region seien keine „Spreewaldtrachten“, wie es die Nationalsozialisten einführten, sondern wendische Trachten. „Zur Lausitz gehören die Sorben und Wenden, zur Lausitz gehört die Zweisprachigkeit und zur Lausitz gehört die Geschichte und Kultur dieses Volkes.“

Die Lübbenauer Abgeordnete Roswitha Schier erklärte für ihre Fraktion, den Entwurf wegen der Möglichkeit, Kommunen auch gegen ihren Willen in das sorbische Siedlungsgebiet aufzunehmen, nicht mittragen zu können. „Sowohl der Minderheitenschutz als auch die kommunale Selbstverwaltung haben in Brandenburg Verfassungsrang“, sagte Schier.

Für den Sorben- und Wendenrat erklärte dessen Vorsitzender Harald Konczak, dass durch das Gesetz „längst nicht alle Blütenträume erfüllt“ seien. „Der Zwerg wird nicht größer, wenn er sich auf einen Berg stellt“, so Konczak. Die Landesregierung forderte er auf, die neu eingerichtete Stelle eines Sorbenbeauftragten mit einem Sorben zu besetzen, der auch die niedersorbische Sprache beherrscht. „Das wäre dann ein echter Mehrwert.“


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erstellt am 23.Jan.2014 | 10:15 Uhr

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