vom Tatort aufs schloss : „Vertrauen Sie ihm niemals!“

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Über die Probenarbeit und seine Rolle befragte Claudia Seiring den 47-Jährigen.

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29. April 2015, 10:00 Uhr

Er schätzt die Atmosphäre Neuhardenbergs und kehrt am Freitag mit dem Ein-Personen-Stück „Seite Eins“ in der Regie von Bernd Kauffmann dorthin zurück: Schauspieler Boris Aljinovic gibt im Oderbruch den Boulevardjournalisten Marco. Über die Probenarbeit und seine Rolle befragte Claudia Seiring den 47-Jährigen.

Herr Aljinovic, wie entstand das Projekt „Seite Eins“?

Bernd Kauffmann hatte „Seite Eins“ vorgeschlagen. Wir kennen uns schon aus seiner Intendanz beim Weimarer Kunstfest, und er ist ein sehr guter Regisseur. Er hat viel Erfahrung, gepaart mit gelassener Wachsamkeit, wirkt nie müde, verliert nie die Neugier. Ich hatte mich sehr auf die Arbeit gefreut und bin absolut froh mit ihm.
Ist es leichter oder schwieriger, ein Ein-Personen-Stück zu spielen, als im Ensemble auf der Bühne zu stehen?

Mit etwa 250 Partnern im Publikum und fünf imaginären Partnern am Telefon fühle ich mich fast wie in einem Ensemble-Stück.
Wie würden Sie Ihre Rolle in „Seite Eins“ beschreiben?

Vertrauen sie niemals diesem Mann! Er verdreht alles und verkauft sie. Rufen sie ihn nicht an, legen sie auf, sollte er anrufen, sonst landen sie nackt auf Seite Eins.
Wie stehen Sie zum Journalismus?

Ich halte Journalismus für ein Handwerk. Handwerk kann man lernen.
Wie gelingt es Ihnen – wenn es Ihnen gelingt – das Private aus der Öffentlichkeit zu halten?

Bisher gab es wenig nachzudenken, da ich kaum gefragt wurde oder selber drängelte. Wen interessiert schon, ob ich gerne segeln gehe oder wie meine Küche gerade aussieht?
Haben Sie mit Journalisten schlechte Erfahrungen gemacht?

Es gab so viele Begegnungen, aber ich erinnere mich an keine Unannehmlichkeit, die länger dauerte. Es ist ein kurzlebiges Geschäft.
Was zieht Künstler nach Neuhardenberg, was macht die Magie des Ortes aus?

Ich bin einfach dankbar für die Möglichkeiten, die mir zur Verfügung gestellt werden, für das Gefühl, wie man willkommen geheißen wird. Ich fühle mich sehr geehrt, dort zur Arbeit eingeladen zu sein.
Wie wichtig sind solche Orte für Künstler?Wie müssen sie, die Orte, unterstützt werden?

Ohne Kulturförderung ist Kultur schwer sichtbar zu machen. Das Bekenntnis der Sparkasse zu dieser Stiftung ist daher eine Kulturleistung an sich. Unterstützen kann man das, indem man kommt und Kultur genießt.
Was sind Ihre nächsten Pläne?

Da sind die laufenden drei Theaterproduktionen vor allem am Renaissance-Theater Berlin. Eine weitere beginnt vielleicht im Juli, je nachdem, wie sich das mit einem Kinofilm terminlich einrichten lässt. Es gibt eine Ausstellung meiner Zeichnungen, zwei Hörbücher, und dazwischen ist Segeln angesagt. Das Boot liegt auf den Kanaren und segelt da rum und bald weiter. Ach ja, ein wenig muss auch renoviert werden.

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