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Ausstellung : Über das Leben mit dem Stahl

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stahlproduktion prägte die Havelstadt Brandenburg. Ein Museum zeigt eine Sonderschau.

Die Stahlproduktion hat das Erscheinungsbild der Stadt geprägt: Vor 100 Jahren floss in Brandenburg/Havel der erste Stahl. Mit der Sonderschau „Leben mit dem Stahl“ erinnert das Industriemuseum ab diesem Sonntag an das Ereignis und zeigt, wie die Schmelze in einem Siemens-Martin-Ofen den Standort verändert hat.

Während des Zweiten Weltkrieges war das Stahl- und Walzwerk einer der größten Rüstungsbetriebe des Landes. Nach Kriegsende wurde die Produktion zunächst eingestellt, später wurde das Werk größter Rohstahlproduzent der DDR mit 10 000 Beschäftigten.

Inzwischen führen ehemalige Arbeiter jährlich etwa 10 000 Besucher durch die Anlage. Vor ihren Toren ist 1920 eine Kleinhaussiedlung mit ersten Werkswohnungen entstanden. Sie wuchs mit dem Werk, berichtet Marius Krohn, verantwortlich für die Ausstellung. 2000 Menschen fanden schließlich Platz in den Genossenschaftswohnungen.

Inzwischen ist das Werk stillgelegt und auf dem Gelände ein Industrie- und Gewerbepark entstanden. „Die Wohngegend ist jedoch nach wie vor beliebt“, sagte Krohn. Es sei viel Geld investiert worden, viele Bewohner seien auch andere als früher. Bilder von Entstehung und Wandlung der Siedlung zeigt die neue Schau.

„Unaufhaltsam verwandelt sich die stillgelegte Industrieanlage zu einem lebendigen Museum“, beschreibt es Susanne Köstering, Geschäftsführerin des Museumsverbandes des Landes Brandenburg. Die Stadtverwaltung sieht in dem Museum einen international bedeutenden Ort zur europäischen Industriegeschichte. „Es ist ein Ankerpunkt auf der Europäischen Route der Industriekultur“, so eine Sprecherin.

Die Stadt unterstützt den Förderverein Stahlmuseum und trägt knapp die Hälfte der Kosten. 112 500 Euro werden dafür seit dem vergangenen Jahr ausgegeben, sagte die Sprecherin. In den Jahren zuvor bis 2010 seien es jeweils 116 000 Euro gewesen. Weitere rund 70 000 Euro Unterstützung kommt vom Land, berichtete Vereinschefin Sieglinde von Treskow.

Mit der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion hofft von Treskow auf weiter steigendes Interesse für das Industriemuseum. Die Stadt ist einer der Veranstaltungsorte der gemeinsamen Schau des Landes mit Sachsen-Anhalt.

Wie auch andere industriekulturelle Einrichtungen im Land hat das Haus sein touristisches und wirtschaftliches Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die das Potsdamer Wirtschaftsministerium vor vier Jahren in Auftrag gegeben hatte. „Wir haben nicht die fiananziellen Möglichkeiten, Werbung groß zu fahren“, sagt von Treskow. Ein Ereignis wie die Buga könne darum hilfreich für das breite Publikumsinteresse sein.

Gezielt geht das Museum auf Schulen zu. Zwischen 1500 und 2000 Schüler besuchten das Haus jährlich, schilderte die Historikerin. „Wir versuchen sie konkret in Projekte einzubinden“, sagte die Vereinschefin von Treskow. „Das bringt mehr, als der Besuch vor dem Ferienbeginn.“

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