Spektakulärer Fund : Steinzeit-Friedhof entdeckt

Archäologen legen in der Ausgrabungsstätte weitere Erdschichten frei.
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Archäologen legen in der Ausgrabungsstätte weitere Erdschichten frei.

Jahrzehntelang standen Kisten mit Skelettresten unbeachtet in einem Museumsdepot – bis jetzt.

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19. Juli 2014, 11:32 Uhr

In der Uckermark ist ein etwa 8000 Jahre alter Friedhof aus der Mittelsteinzeit entdeckt worden. Zutage kamen die gut erhaltenen Überreste einer vermutlich erwachsenen Frau. „Es ist eine Sensation. Ich kenne kein Begräbnisfeld aus jener Zeit in diesem guten Zustand“, sagte Ausgrabungsleiter Thomas Terberger. Er hätte nie gedacht, in seinem Berufsleben jemals so etwas zu sehen.

Auf den Friedhof waren die Archäologen im Zusammenhang mit einem mehr als 50 Jahre zurückliegenden, eher zufälligen Fund gestoßen. Beim Bau eines Signalmastes auf dem Weinberg, dem höchsten Berg der Uckermark, stießen Bauarbeiter damals auf ein Steinzeitgrab. Die Überreste von sieben Personen – drei Erwachsene und vier Kinder – landeten in drei Kisten im Berliner Naturkundemuseum. Dort blieben sie Jahrzehnte unbeachtet.

Das Alter der Knochen konnte kürzlich auf 8000 Jahre datiert werden, sagte die Anthropologin Bettina Jungklaus. Da die Funde seinerzeit nicht fachmännisch geborgen worden waren, entschieden sich die Landesämter für Archäologie in Brandenburg und Niedersachsen mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das bekannte Grab noch einmal zu öffnen.

In unmittelbarer Nähe lokalisierten die Experten dann eine weitere Begräbnisstätte. „Der Erhaltungszustand des Skeletts ist phänomenal“, sagte Terberger, Experte für Alt- und Mittelsteinzeit. Der Schädel schaue aus, als läge er erst 250 Jahre in der Erde.

Nach Angaben von Terberger erwarten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse zum Zusammenleben der einst dort ansässigen Jäger mit hinzukommenden Bauern. Noch bis voraussichtlich Freitag ist die Grabstelle offen. Knochenreste und Beigaben wie Feuersteinklingen werden dokumentiert und für weitere Untersuchungen geborgen.

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